Felix Pirson

Pergamon – Bericht über die Arbeiten in der Kampagne 2007

Die Arbeiten der Pergamongrabung im Jahr 2007 konzentrierten sich auf die Erforschung der hellenistischen Residenzstadt und ihres Umlandes im Rahmen des neuen Forschungsprogramms. Daneben fanden zahlreiche Projekte zur Bearbeitung und Vorlage einzelner Materialgattungen und älterer Grabungsbefunde statt. Im Zuge der Konservierungsarbeiten an der Roten Halle konnten das Lapidarium in das neue Depot umgelagert, die Besucherplattform im südlichen Rundturm eingerichtet und die große Öffnung an dessen Westfront konsolidiert werden. Die Untersuchungen am Ostabhang des Burgbergs haben die neue Rekonstruktion eines fächerförmigen Straßenrasters weiter verdichtet. Ein erster Vorschlag zur Rekonstruktion der Insulae hat Parzellengrößen von ca. 35 m × 45 m erbracht. Bei bauvorbereitenden Untersuchungen wurde am Südostabhang unmittelbar vor der hellenistischen Stadtbefestigung eine bisher unbekannte Nekropole mit Grabbauten der römischen Kaiserzeit entdeckt. Diesem Fund verdanken wir wichtige neue Einblicke in die Organisation der Nekropolen, der Sepulkralarchitektur und der Bestattungsriten im antiken Pergamon. Die Untersuchungen im Umland konzentrierten sich wiederum auf die Poleis Atarneus und Elaia. In Atarneus hat sich das Bild der Besiedlungsgeschichte so vertieft, daß wir nun zeigen können, wie eine blühende Polis klassischer und frühhellenistischer Zeit unter dem Einfluß des aufstrebenden Pergamons in die Bedeutungslosigkeit versank. Elaia, der Haupthafen der Metropole, wurde hingegen großflächig ausgebaut und stark befestigt. Aus der Entdeckung weiterer Hafenanlagen im Flachwasserbereich vor der Küste könnte sich in Zukunft ein ganz neues Bild Pergamons als hellenistische Seemacht ergeben.

Schlagworte

Pergamon; Elaia; Atarneus; Nekropole; Straßensystem; Stadtmauern; Gymnasien; Häfen; Rote Halle

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