Archäologischer Anzeiger https://publications.dainst.org/journals/aa <p>Im <em>Archäologischen Anzeiger</em> (AA) werden Beiträge zu aktuellen Forschungen sowie Berichte über Grabungsprojekte publiziert. Ausdrücklich sind auch sog. Mikropublikationen willkommen – kurze Artikel, die in knapper Form herausragende Neufunde anzeigen oder Diskussionsanstöße zu übergreifenden methodischen Fragen oder theoretischen Konzepten präsentieren. Schwerpunktmäßig informiert die Zeitschrift über Themen aus dem Mittelmeerraum von der Vorgeschichte bis in die Spätantike, durchaus aber auch über Projekte außerhalb des Kernbereichs der Alten Welt. Dem Profil der Zeitschrift und der Forschungspraxis des Instituts entsprechend werden auch Beiträge begrüßt, die großräumige Verbindungen und Vernetzungen der antiken Welt in den nordeuropäischen, eurasischen und afrikanischen Raum thematisieren.</p> <p>Die Qualität des Archäologischen Anzeigers wird durch ein doppelt anonymes Peer-Review-Verfahren sowie eine intensive Text- und Bildredaktion gesichert. Beginnend mit dem 1. Halbband 2019 sind die Beiträge neben der gedruckten Fassung zeitgleich auch in einem responsiven Viewer-Format sowie als PDF-Ausgabe kostenfrei abrufbar.</p> <p><em>P-ISSN: 0003-8105 – E-ISSN: 2510-4713<br></em></p> de-DE idai.publications@dainst.de (Zentrale Wissenschaftliche Dienste – Redaktion) idai.publications@dainst.de (iDAI.publications) Thu, 05 May 2022 07:42:31 +0000 OJS 3.1.2.4 http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss 60 Zur Datierung des Hekatompedos I im Heraion von Samos https://publications.dainst.org/journals/aa/article/view/3618 <p>Hekatompedos I, der älteste nachweisbare Tempel im Heraion von Samos, hat über Jahrzehnte hinweg das Objekt kontroverser wissenschaftlicher Diskussion gebildet, insbesondere in Hinsicht auf seine Datierung. Nach Ernst Buschors Ansetzung des Baus um 800 v. Chr. galt er zunächst als der älteste Tempel der griechischen Welt. Später wurde diese hohe Datierung dann angezweifelt. Forscher schlugen Ansetzungen vor, die von ca. 750 bis in das frühe 7. Jh. hinabreichten. In diesem Beitrag wird die bisher zum größten Teil unpubliziert gebliebene Keramik untersucht, die in den 30er und 60er Jahren des 20. Jhs. unter Hekatompedos I gefunden wurde. Dabei zeigt sich, daß der Bau nach ca. 680 v. Chr. über einer Auffüllschicht aus vom Altar-Areal herangeschafftem, ältere Keramik enthaltendem Material erbaut wurde. Außerdem werden einige in einer jüngst erschienenen Rezension des Bandes Samos 21,1 publizierte Fehleinschätzungen zum Hekatompedos I korrigiert.</p> Wolf-Dietrich Niemeier Copyright (c) 2021 Archäologischer Anzeiger https://publications.dainst.org/journals/aa/article/view/3618 Thu, 05 May 2022 00:00:00 +0000 Between the Greater and Lesser Caucasus https://publications.dainst.org/journals/aa/article/view/2851 <p>This article presents a new study of three burial contexts from the important Tli graveyard located in the Southern Caucasus. The three tombs contained bronze belts with features mainly pertaining to an Assyro-Urartian tradition. An analysis of the belts’ iconographic apparatuses is given, together with a new chronological position proposed for the belts and the tombs: our idea is that a possible date for them should be within the period between the 7th and 6th centuries B.C.E. The analysis showed, moreover, that the Tli necropolis must be considered a great example of the complex contacts and cultural exchanges between multiple realities located both in the Caucasus and in the Mesopotamian region.</p> Annarita Bonfanti, Andrea Cesaretti, Roberto Dan Copyright (c) 2021 Archäologischer Anzeiger https://publications.dainst.org/journals/aa/article/view/2851 Thu, 05 May 2022 00:00:00 +0000 Bemerkungen zu einigen archaischen Statuen https://publications.dainst.org/journals/aa/article/view/3579 <p>In einem ersten Teil des Beitrages werden unbekannte Photographien von den Sounion-Kouroi und ihren Basen publiziert, die im Jahr 1906 während der Ausgrabungen von V. Staïs im Poseidon-Heiligtum auf Kap Sounion hergestellt wurden. Diese Aufnahmen geben Anlaß zur Diskussion über den ursprünglichen Aufstellungsort der Statuen vor der Errichtung des spätarchaischen Peripteros. Der zweite Teil behandelt den sog. Kouros Samos-Istanbul, der im Heraion von Samos in viele Fragmente zerschlagen gefunden wurde. Es kann dieser Statue das Bruchstück der rechten Hand zugewiesen werden, das bislang unerkannt im Magazin des Heraion aufbewahrt wurde.</p> Hans Rupprecht Goette Copyright (c) 2021 Archäologischer Anzeiger https://publications.dainst.org/journals/aa/article/view/3579 Thu, 05 May 2022 00:00:00 +0000 Überlegungen zum Œuvre Polyklets https://publications.dainst.org/journals/aa/article/view/3620 <p>Die hier präsentierten Überlegungen nehmen ihren Ausgang von mehr als 50 Skulpturen, die in der Forschung auf zwei verlorene Bronzestatuen von der Hand Polyklets zurückgeführt werden, einen Herakles und eine Amazone. Zur Überlieferung beider statuarischer Typen werden in der Regel auch etliche Stücke gezählt, die sich deutlich von der Hauptüberlieferung unterscheiden. Während bisher versucht wurde, die Abweichungen zu bagatellisieren und sie römisch-kaiserzeitlichen Bildhauern anzulasten, wird hier die Annahme vertreten, dass die genannten Bildwerke nicht auf zwei, sondern auf vier eigenhändigen Werken Polyklets fußen, von denen sich jeweils zwei in bestimmten Punkten sehr ähnlich gewesen sein müssen. So taucht im Œuvre des argivischen Bildhauers ein bestimmtes Haltungsmotiv, die an den Rücken gelegte Hand, anscheinend mehrfach auf, und auch die für die berühmte polykletische Amazone charakteristische Frisur hat noch ein zweites Mal, in nur geringfügig modifizierter Form, für eine Figur ganz anderen Inhalts Verwendung gefunden. Die Unterschiede, die zwischen einem großformatigen, vornehmlich durch Hermen bezeugten Kopftypus und einem kleinformatigen statuarischen Typus bestehen, sind hingegen derartig marginal, dass sie nicht damit erklärt werden können, Polyklet habe zwei Fassungen desselben Sujets, einmal in Lebensgröße und einmal im Statuettenformat, geschaffen. In diesem Fall muss man vielmehr davon ausgehen, dass es – zu einem nicht näher einzugrenzenden Zeitpunkt – zur Kreation einer kleinformatigen ›Zwischenfassung‹ gekommen ist, die ihrerseits abgeformt und häufig kopiert worden ist.</p> Sascha Kansteiner Copyright (c) 2021 Archäologischer Anzeiger https://publications.dainst.org/journals/aa/article/view/3620 Thu, 05 May 2022 00:00:00 +0000 The Architecture of the 4th-Century-B.C. Monumental Tomb at Starosel https://publications.dainst.org/journals/aa/article/view/3621 <p>The article presents a reconstruction and a first architectural analysis of the largest and most elaborate monumental tomb in ancient Thrace. Discovered in 2000, the tomb at Starosel, central Bulgaria, comprises an array of diverse plan components, structures, and decorative elements, masterfully blended into a unified composition. The outstanding craftmanship and skilful engineering indicate that it was the work of an experienced architect and stone-carvers of mixed backgrounds, with extensive knowledge of monumental architecture from across the Aegean. The analysis of the architecture, archaeological evidence, and historical context shows that the tomb was built between 350 and 330 B.C., most likely as a heroon for one of the last Odrysian rulers before Philip II of Macedon’s conquest of Thrace in 341 B.C. The article offers a new explanation of how tholos tombs appeared in Thrace: not through gradual local development, or import of a ready prototype, but as a fusion of architectural forms conceived by an itinerant architect for the needs of an Odrysian patron. Besides its significance for understanding the development of monumental architecture in Thrace, the Starosel tomb is particularly important for providing new insight into the process of hybridization of building traditions that came to define Hellenistic architecture.</p> Chavdar Tzochev Copyright (c) 2021 Archäologischer Anzeiger https://publications.dainst.org/journals/aa/article/view/3621 Thu, 05 May 2022 00:00:00 +0000 Ancient Concretes and Mortars of Selinous https://publications.dainst.org/journals/aa/article/view/3623 <p>The project CaF »Concretes as Floors« is an archaeological study of concrete floors carried out in Selinous and Megara Hyblaia in 2019–2020. Petrographic analyses and C-14 dating were at the heart of the investigations, meant to accurately determine the physicochemical properties of the floors and their prospective dates. One type of floor, the ›broken terracotta concrete/mortar‹ (BTC/BTM), most appreciated in the Antiquity, has been particularly investigated during the project because the technique’s developments are still unclear. This paper focuses on the results in Selinous. There, the analyses’ results have highlighted peculiar construction methods for the BTC/BTM floors, which could be explained by local technical traditions. They have also allowed refining their chronological framing, which turns out to be definitely wider than the sole Punic period of Selinous. Finally, their modes of utilisation in different living spaces, according to their physical properties, have been further evaluated.</p> Frédéric Mège Copyright (c) 2021 Archäologischer Anzeiger https://publications.dainst.org/journals/aa/article/view/3623 Thu, 05 May 2022 00:00:00 +0000 Del valore delle proprie quattro mura https://publications.dainst.org/journals/aa/article/view/3622 <p>Il presente articolo si focalizza sulle dinamiche edilizie e socioeconomiche della proprietà privata nellʼantica Pompei tra il terzo secolo a.C. e il 79 d.C. Lʼobiettivo è quello di costruire un discorso sulle motivazioni socioeconomiche del processo di formazione della proprietà privata, utilizzando come esempio le Insulae di Pompei. Il presente articolo esplora il potenziale di tale ricerca cercando di ricostruire dei modelli di interrelazione e interdipendenza tra le diverse unità proprietarie. LʼObbietti – vo è quello di capire se, ed eventualmente come, le diverse attività socioeconomiche o le forme di investimento economico possano essere rintracciate nelle diverse proprietà all'interno delle Insulae e come la loro interdipendenza possa riflettere delle forme di investimento economico differenziato da parte dei proprietari delle case. I risultati preliminari della presente ricerca, relativi all’Insula I 11 a Pompei, mostrano come a partire dalla fine del III secolo a.C. si proceda alla progressiva occupazione degli isolati per scopi eminentemente residenziali. Nel corso del I secolo a.C. si nota un processo di ampliamento degli spazi residenziali, con la costruzione in molte unità abitative di piani superiori. Infine, a partire dalla prima metà del I secolo d.C. e fino al 79 d.C., molte abitazioni vengono riconvertite in attività artigianali o ricettive, relegando gli ambienti residenziali ai piani superiori.</p> Domenico Esposito Copyright (c) 2021 Archäologischer Anzeiger https://publications.dainst.org/journals/aa/article/view/3622 Thu, 05 May 2022 00:00:00 +0000 Pergamon – Die Arbeiten in der Kampagne 2020 https://publications.dainst.org/journals/aa/article/view/3679 <p>Die Pergamongrabung konzentrierte sich 2020 auf Arbeiten im Rahmen des neuen Forschungsprogramms »Die Transformation der Mikroregion Pergamon zwischen Hellenismus und römischer Kaiserzeit« (TransPergMikro). Die Ausgrabung eines hellenistischen Grabbezirks am Nordhang des Stadtbergs hat zahlreiche neue Einblicke in die Funeralkultur dieser Zeit erbracht. Erstmals ist nun auch in Pergamon ein Ausschnitt einer hellenistischen Gräberstraße bekannt. Die Untersuchungen der archäologischen Bauforschung wurden im Amphitheater fortgesetzt und auf das römische Theater am Musalla Mezarlığı ausgedehnt. Der Survey im Umfeld des Asklepieions und am westlichen Rand der antiken Stadt hat vor allem neue Informationen zur Nutzung des Geländes für Bestattungen und für den Steinabbau erbracht. Der archäologische Umlandsurvey konzentrierte sich auf ein Flusstal und eine angrenzende Hochebene nordöstlich von Dikili, wo zahlreiche neue Befunde zur antiken Landnutzung und zur römischen Thermalkultur dokumentiert werden konnten. Die Entdeckung eines antiken Höhlenheiligtums der Meter-Kybele mit älteren Nutzungsschichten bis in das Epipaläolithikum verspricht grundlegende neue Erkenntnisse für die Siedlungsgeschichte der Mikroregion und darüber hinaus. Die Arbeiten der Physischen Geographie haben sowohl im ländlichen Bereich als auch im unmittelbaren Umfeld der antiken Stadt neue Einblicke in die Morphodynamik der Bakırçay-Ebene und die Rolle anthropogener Faktoren eröffnet. Der intensive Survey in Pitane (Çandarlı) wurde abgeschlossen und lässt u. a. erste chronologische und funktionale Differenzierungen in der Nutzung des Areals zur Keramikproduktion erkennen. Die Auswertung der Pollen aus einem Bohrkern aus dem Kara Göl ergänzt und erweitert die Daten zur Umweltgeschichte der Mikroregion und zeigt zugleich zukünftige Potentiale auf. Die Maßnahmen der Baudenkmalpflege konzentrierten sich auf den Abschluss der Arbeiten in der Roten Halle, auf die ›Gotenmauer‹ am Stadtberg und auf den Unteren Rundbau im Asklepieion.</p> Felix Pirson Copyright (c) 2021 Archäologischer Anzeiger https://publications.dainst.org/journals/aa/article/view/3679 Thu, 05 May 2022 00:00:00 +0000 Henchir Bourgou (Djerba, Tunesien) https://publications.dainst.org/journals/aa/article/view/3634 <p>Die antike Siedlung Henchir Bourgou auf Djerba (Tunesien) ist seit 2017 Gegenstand gemeinsamer Forschungen des tunesischen Institut National du Patrimoine (INP) und des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI). Der vorliegende Beitrag ist die Publikation der Ergebnisse einer ersten Sondage im Zentrum des Siedlungsareals. Die Schichtenabfolge und die Baubefunde von den ersten Siedlungsphasen im 8. Jh. v. Chr. bis zu den letzten Spuren einer intensiven Besiedlung an der höchsten Stelle des Siedlungsareals in der letzten Hälfte des 2. Jhs. n. Chr., geben gemeinsam mit der vorgelegten Fundkeramik und begleitenden naturwissenschaftlichen Untersuchungen einen ersten Überblick über die Siedlungs- und Wirtschaftsgeschichte von Henchir Bourgou.</p> Sami Ben Tahar, Philipp von Rummel, Karin Mansel, Heike Möller, Tomoo Mukai, Mekki Aoudi, Michèle Dinies, Thomas Lappi, Joris Peters, Simon Trixl, Saskia Büchner Copyright (c) 2021 Archäologischer Anzeiger https://publications.dainst.org/journals/aa/article/view/3634 Thu, 05 May 2022 00:00:00 +0000 Homerverse auf einem Tonziegel aus der Umgebung von Olympia https://publications.dainst.org/journals/aa/article/view/3635 <p>Ein im Jahre 2018 in der römischen Nekropole von Frangonissi östlich von Olympia gefundener Tonziegel enthält die ersten 13 Verse aus dem 14. Gesang der Odyssee mit der Begegnung von Odysseus und dem treuen Hirten Eumaios. Der Ziegel stammt aus der Zeit zwischen Mitte 2./Anfang 3. Jh. n. Chr. Im Beitrag werden Fundkontext und Ergebnisse der Nachgrabung 2019/2020 beschrieben. Im Hauptteil wird die Inschrift kritisch ediert, der Beitrag ihrer lexikalischen und orthographischen Varianten zur Überlieferung des Homertextes bestimmt und die bisher bekannten epigraphischen Homerzeugnisse untersucht. Schließlich werden Vermutungen angestellt über den Auftraggeber (war er ein Lehrer oder Schüler, ein Rhapsode oder Homeristes?) und über seine Intentionen bei der Auswahl gerade dieser Verse.</p> Daniela Summa, Klaus Hallof, Erofili-Iris Kolia, Franziska Lang Copyright (c) 2021 Archäologischer Anzeiger https://publications.dainst.org/journals/aa/article/view/3635 Thu, 05 May 2022 00:00:00 +0000