Archäologischer Anzeiger https://publications.dainst.org/journals/aa <p>Im <em>Archäologischen Anzeiger</em> (AA) werden Kurzbeiträge zu aktuellen Forschungen und Berichte über Grabungsprojekte publiziert. Schwerpunktmäßig informiert die Zeitschrift über Themen aus dem Mittelmeerraum von der Vorgeschichte bis in die Spätantike, durchaus aber auch über Projekte außerhalb des Kernbereichs der Alten Welt. Dem Profil der Zeitschrift und der Forschungspraxis des Instituts entsprechend sind auch Beiträge im <em>Archäologischen Anzeiger</em> willkommen, die großräumige Verbindungen und Vernetzungen der antiken Welt in den nordeuropäischen, eurasischen und afrikanischen Raum thematisieren.<br>Die Qualität des Archäologischen Anzeigers wird durch ein doppelt anonymes Peer-Review-Verfahren sowie eine intensive Text- und Bildredaktion gesichert. Beginnend mit dem 1. Halbband 2019 sind die Beiträge neben der gedruckten Fassung zeitgleich auch in einem responsiven Viewer-Format sowie als PDF-Ausgabe im Open Access abrufbar.</p> <p><em>P-ISSN: 0003-8105 – E-ISSN: 2510-4713<br></em></p> de-DE idai.publications@dainst.de (Zentrale Wissenschaftliche Dienste – Redaktion) idai.publications@dainst.de (iDAI.publications) Mo, 15 Nov 2021 00:00:00 +0100 OJS 3.1.2.4 http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss 60 Die Ausgrabungen in Boğazköy-Ḫattuša 2020 https://publications.dainst.org/journals/aa/article/view/3562 <p>Eine Bauschicht, die stratigraphisch älter ist als die bisher bekannte kārum-zeitliche Bebauung, liefert in der nördlichen Unterstadt wichtige Hinweise auf die frühe Entwicklung in Boğazköy. Nach einer Nutzung des Areals in der kārum-Zeit, die ohne erkennbare Unterbrechung bis in die hethitische Epoche reicht, wird auf der Innenseite des Stadttores der nördlichen Unterstadt eine große Verkehrsfläche freigelassen, die den Zugang zur Siedlung erleichtert. Ausgrabungen in der Mitte und im Osten der Terrasse belegen eine intensive Nutzung in hethitischer Zeit, die jedoch nicht bis in die jüngere Großreichszeit andauert. Die Komplexität der römischen Befunde vermittelt nicht nur einen Einblick in die Geschichte dieser Epoche, sondern läßt auch Rückschlüsse auf das Verhältnis zwischen den römischen und lokalen Kräften zu.</p> Andreas Schachner Copyright (c) 2021 Archäologischer Anzeiger https://publications.dainst.org/journals/aa/article/view/3562 Di, 18 Mai 2021 00:00:00 +0200 Der lange Schatten der Palastzeit. Die nördliche Unterstadt von Tiryns: ein Großbauprojekt palast- und nachpalastzeitlicher Entscheidungsträger https://publications.dainst.org/journals/aa/article/view/3347 <p>Die mit den Kampagnen 2017 und 2018 abgeschlossene deutsch-griechische Ausgrabung in der nordwestlichen Unterstadt von Tiryns hat neue Erkenntnisse zum Wandel von Kultur und Umwelt in der mykenischen Palast- und Nachpalastzeit erbracht. Geoarchäologisch-sedimentologische Untersuchungen widerlegen die These einer Überschwemmungskatastrophe als Auslöser der bekannten Flussumleitung der späten mykenischen Palastzeit. Die nördlich der Akropolis vorliegenden fluvialen Sedimente wurden nicht auf einmal, sondern bei bis zu 150 Hochwasserereignissen zwischen der Mitte des 14. Jhs. v. Chr. und dem Ende des 13. Jhs. v. Chr. allmählich akkumuliert. Der Nachweis einer ausgedehnten Planierschicht lässt den Wunsch zur Bebauung des Areals als wichtiges Motiv für die Flussumleitung erscheinen, eine Planung, die aber während der Palastzeit nicht mehr verwirklicht werden konnte. In dem unbebauten Areal ließen sich vorübergehend Kunsthandwerker nieder, die für den Palast Möbel aus Holz und Elfenbein sowie andere Luxusgüter herstellten. Die am Beginn von Späthelladisch IIIC Früh einsetzende Bebauung folgte einem in beiden Bauhorizonten des 12. Jhs. beibehaltenen Bebauungsschema aus rechteckigen Modulen mit gleich ausgerichteten Höfen und Häusern. Der sorgfältig konzipierte Charakter der so geschaffenen ›Planstadt‹ erweist diese als ein Vermächtnis endpalastzeitlicher Bauplanungen und als das wohl einzige Großbauprojekt, das in SH IIIC in Griechenland verwirklicht wurde. Die Besiedlung der nordwestlichen Unterstadt geriet indes schon nach wenigen Generationen ins Stocken und wurde lange vor dem Ende der mykenischen Zeit aufgegeben.</p> Joseph Maran, Alkestis Papadimitriou Copyright (c) 2021 Archäologischer Anzeiger https://publications.dainst.org/journals/aa/article/view/3347 Fr, 23 Apr 2021 00:00:00 +0200 The Pottery of Mount Zion: An Overview from Islamic to Iron Age Periods https://publications.dainst.org/journals/aa/article/view/3560 <p>The excavation of the southwestern slope of Mt. Zion during the years 2016–2019, conducted by the DEI, revealed pottery finds dating from Iron Age II to the Ottoman period. Altogether, three different areas were excavated. This article aims to present and discuss the pottery corpus found during the excavation campaigns. The chronological and typological analysis of these finds helps to integrate the excavation into the history of Jerusalem. Moreover, they can shed new light on the eventful history of Mt. Zion and represent the use of the area in the different periods.</p> Friederike Schöpf Copyright (c) 2021 Archäologischer Anzeiger https://publications.dainst.org/journals/aa/article/view/3560 Di, 18 Mai 2021 00:00:00 +0200 Faience Found in the Recent Excavations to the East of the Great Altar in the Samos Heraion https://publications.dainst.org/journals/aa/article/view/3160 <p>New excavations east of the Monumental Altar in the Samos Heraion have revealed deposits of discarded votive material associated with sacrificial practices at the earlier altars. Faience objects make up a major part of this material and we now have a sequence of datable levels which span the fifty or so years prior to the new altar. This enables us to assess the significance of this material in the ritual landscape of the sanctuary. Direct links with Egypt can be established for a small number of objects, but the majority are in a style which borrows themes from Egyptian sacred animals and deities, but presents them in a ›mixed style‹. Other objects reproduce the sacred baskets of Bastet, as well as local shallow bowls. An imitative tendency, linked to strong ritual significance, shows faience as an important carrier of meaning. The question of their origin does not have a single answer.</p> Virginia Webb Copyright (c) 2021 Archäologischer Anzeiger https://publications.dainst.org/journals/aa/article/view/3160 Di, 18 Mai 2021 00:00:00 +0200 Zur Chronologie der Amphorenstempel des frühhellenistischen Knidos. Einige Bemerkungen zu den Stempeln der Zenon-Gruppe https://publications.dainst.org/journals/aa/article/view/3401 <p>Der Aufsatz behandelt die Anfangsphase der Markierung von Amphoren in Knidos (Chronologische Gruppe II). Die Tradition der regelmäßigen Stempelung der keramischen Warentransportbehälter geht auf das letzte Drittel des 4.&nbsp;Jhs. v.&nbsp;Chr. zurück (›Schiffsbugstempel‹, Chronologische Gruppe I). Im ersten Viertel des 3.&nbsp;Jhs. v.&nbsp;Chr. werden die Stempel mit παράσημος durch einzelne Monogramme, Ligaturen, Akronyme und Abbreviaturen ersetzt. Diese Periode dauert bis zu den 250er oder sogar 240er Jahren an und inkludiert unter anderem die Stempel der Gruppen Zenon A und B. Die im Gebiet des Bosporanischen Reiches entdeckten Stempel der Zenon-Gruppe stellen völlig neue Kombinationen zwischen der Namensabkürzung »ZH« und dem Emblem »Schiffsbug« (Abb.&nbsp;4–7) dar und bilden offensichtlich eine Übergangsphase zwischen den Chronologischen Gruppen I und II. Zusätzlich wird eine Liste der bekannten Verbindungen der Zenon- und Sophanes-Gruppen mit den Abkürzungen des zweiten Namens vorgelegt.</p> Nikolai Jefremow, Andrei B. Kolesnikov, Jelena V. Bolonkina Copyright (c) 2021 Archäologischer Anzeiger https://publications.dainst.org/journals/aa/article/view/3401 Mo, 01 Feb 2021 00:00:00 +0100 Frauen in der Knotenpalla auf attischen Grabreliefs. Mehr als nur Dienerinnen der Isis? https://publications.dainst.org/journals/aa/article/view/3561 <p>Attische Grabreliefs römischer Zeit mit Frauen im Isiskostüm prägen unser Bild des Isiskultes und seiner Anhängerinnen. Der Abgleich der Reliefs mit den inschriftlich überlieferten Informationen über die Heiligtümer und die Kultpraxis in Athen zeigt jedoch, dass diese keine Spuren in den Bildnissen hinterlassen hat. Auch von den bekannten generischen Darstellungen des Isiskultes weichen sie ab. Statt spezifische Praktiken oder die ausdifferenzierte Ämterhierarchie des Kultes wiederzugeben, fügen sich die Darstellungen der Isiacae auf den Grabreliefs alle in einen Typus ein, wie es in diesem Medium üblich ist. Betrachtet man die Isisanhängerinnen im Kontext der anderen dort dargestellten Frauen, zeigen sich Gemeinsamkeiten: Während ihr exotisches Gewand Aufmerksamkeit erzeugt und Wohlstand visualisieren kann, ordnen sie sich durch ihre Charakterisierung als Gattin oder Mutter wieder in die bürgerliche Norm ein. Es sind also nicht ausschließlich kultische Gegebenheiten, die die Gestaltung bedingten, sondern auch das Repräsentationsinteresse der Verstorbenen bzw. ihrer Angehörigen.</p> Annemarie Schantor Copyright (c) 2021 Archäologischer Anzeiger https://publications.dainst.org/journals/aa/article/view/3561 Di, 18 Mai 2021 00:00:00 +0200 Eine Notgrabung in Alexandria 1900/1901: Das sogenannte Sieglin-Grab in der Nekropole von Gabbari https://publications.dainst.org/journals/aa/article/view/2631 <p>An der Jahreswende 1900/1901 legte die Expedition Sieglin eine unterirdische Grabanlage in Gabbari am Westhafen von Alexandria frei. In der Kammer mit den wichtigsten Grablegen konnten zwei Bemalungsphasen festgestellt werden. Die ältere entspricht den Wanddekorationen mit Schirmkandelabern, die an der Wende vom 1. zum 2.&nbsp;Jh. in der römischen Welt verwendet wurden. Die jüngere zeigt ägyptisierende Motive. Der datierbare Befund gibt Anlass, die Entwicklung der herausgehobenen Gräber in den alexandrinischen Hypogäen zu verfolgen: Aus hellenistischen Klinengräbern in Ädikulanischen wurden am Beginn der Kaiserzeit Kistengräber in von Pilastern gerahmten Nischen, die als Dreigräberkammer angeordnet werden konnten. Im 2.&nbsp;Jh. wurden die Gräber als Girlandensarkophage gestaltet und von einem Bogen überfangen. Die ägyptisierenden Ausstattungen, die ebenfalls in dieser Zeit häufig werden, lassen auf genaue Kenntnisse ägyptischer Jenseitsvorstellungen schließen. Die Auswahl der Motive erfolgte jedoch nicht im Hinblick auf eine ›Wiedergeburt‹, sondern unter dem Aspekt des göttlichen Schutzes für den Toten im Grab, wie bei gleichzeitigen, nicht-ägyptisierenden Grabbildern auch.</p> Stefan Schmidt Copyright (c) 2021 Archäologischer Anzeiger https://publications.dainst.org/journals/aa/article/view/2631 Di, 18 Mai 2021 00:00:00 +0200 Failed Roman Imperialism. An Unfinished Roman Aqueduct at Artaxata in Armenia https://publications.dainst.org/journals/aa/article/view/3402 <p>During the 2019 excavation campaign of the Armenian-German Artaxata Project, a previously magnetically detected anomaly was investigated. The excavation revealed a monumental line of <em>opus caementicium</em> foundations. These foundations relate to an unfinished aqueduct bridge that was built between A.D. 114–117 by the Roman army in the course of Artaxata becoming the capital of a Roman province of Armenia. Since Roman presence in Armenia was only short-lived, the aqueduct was never completed and abandoned after the Romans left the country. In the paper we discuss the archaeological evidence of the aqueduct, the historical context and project the aqueduct line to possible water sources. Furthermore, the geochemistry of the mortar is analyzed to characterize the mortar receipt which is Roman. The newly discovered aqueduct attests to failed Roman imperialism in Armenia.</p> Achim Lichtenberger, Mkrtich H. Zardaryan, Torben Schreiber Copyright (c) 2021 Archäologischer Anzeiger https://publications.dainst.org/journals/aa/article/view/3402 Mo, 01 Feb 2021 00:00:00 +0100