Zu den Megalographien in der tartessischen Vasenmalerei

Autor/innen

DOI:

https://doi.org/10.34780/9fl4-ler4

Abstract

In dem Beitrag steht die Gruppe der bemalten orientalisierenden Vasen im Blickpunkt als einziger Gattung, die im Rahmen der tartessischen Keramik figürliche Bemalung trägt. Diese zeichnet sich dadurch aus, dass sie im Großformat gegeben ist, d. h. als Megalographie. Durch die Verwendung dieses formalen Merkmals erweist sich eine unmittelbare Nähe zur griechischen, namentlich zur protokorinthischen und korinthischen Keramik, wo dieses ab der Mitte des 7. Jahrhunderts v. Chr. erstmals erscheint. Die Analyse und Gegenüberstellung der Bemalung dieser hispanischen Vasen mit weiteren Merkmalen der protokorinthischen und korinthischen Keramik wie technisch-formalen, motivischen und kompositorischen erbringt eine Fülle an Übereinstimmungen und Gemeinsamkeiten. Der Schluss auf entsprechende griechische Vorbilder aus der korinthischen Vasenmalerei ist daher unausweichlich. Einige wenige griechische Vasen mit megalographer Bemalung dürften gegen Ende des 7. Jahrhunderts v. Chr./ Anfang des 6. Jahrhunderts v. Chr. ins südwestliche Hispanien gelangt sein. Aus ihrer Bildwelt haben die hispanischen Maler sich bedient, als die tartessische Elite – zu diesem Zeitpunkt auf dem Höhepunkt ihrer Macht – nach figürlicher Darstellung verlangte. Dabei kamen große geschlossene Gefäße als Bildträger zum Einsatz, sog. Amphoren, die mit der phönizischen Welt in Verbindung gebracht werden.

Schlagworte:

Orientalisierende Periode, tartessische Vasenmalerei, protokorinthische Vasenmalerei, korinthische Vasenmalerei, Megalographie

Veröffentlicht

2022-11-15 — aktualisiert am 2023-01-16

Bibliographische Daten & Rezensionen

Citation Formats

Schattner, T. G. (2023) „Zu den Megalographien in der tartessischen Vasenmalerei“, Madrider Mitteilungen, 63, S. 154–. doi: 10.34780/9fl4-ler4.