Madrider Mitteilungen https://publications.dainst.org/journals/mm <p>Die Madrider Mitteilungen sind die Zeitschrift der Madrider Abteilung des Deutschen Archäologischen Instituts. Sie erscheint seit 1960 jährlich. Darin finden sich aktuelle Beiträge zu Themen der Altertumskunde der Iberischen Halbinsel und Nordwestafrikas und ihren Nachbardisziplinen von den Anfängen der Menschheitsgeschichte bis zur Zeit der Reconquista. Es werden Beiträge in deutscher, spanischer, portugiesischer, französischer und englischer Sprache veröffentlicht. Alle Beiträge enthalten Schlagworte und Zusammenfassungen in deutscher, englischer und spanischer oder französischer Sprache.</p> <p>P-ISSN: 0418-9744 – E-ISSN: 2749-8522</p> de-DE redaktion.madrid@dainst.de (Redaktion der Abteilung Madrid) idai.publications@dainst.de (iDAI.publications) Mon, 16 Jan 2023 11:35:26 +0000 OJS 3.3.0.13 http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss 60 Petrographische Untersuchungen an spätchalkolitischer Keramik aus Valencina de la Concepción (Sevilla, Spanien) https://publications.dainst.org/journals/mm/article/view/4008 <p>Diese Studie behandelt die archäometrische Analyse spätchalkolithischer Keramik aus der Siedlung<br>von Valencina de la Concepción, die sich etwa 6 km nordwestlich der modernen Stadt Sevilla in Südwestspanien befindet. Die Fundstelle gilt als eine der bedeutendsten Referenzen zum Verständnis der Entwicklung der chalkolithischen Gesellschaft im Süden der Iberischen Halbinsel. Es wurden Dünnschliffe von 40 Keramikproben unterschiedlicher Form und von 61 Proben aus Tonvorkommen petrographisch untersucht. Ziel war es, neue Daten zur Bestimmung der Rohmaterialquelle des für die ausgewählte Keramik verwendeten Tons, des Ausbeutungsschemas und ihrer Relation zur Typologie der Gefäße zu gewinnen. Die petrographischen Ergebnisse zeigen die Verwendung unterschiedlicher Tonvorkommen zur Herstellung der spätchalkolithischen Keramik Valencinas. Ein Teil der analysierten Keramik wurde aus Ton hergestellt, der in der Umgebung der Fundstelle anstand, der größere Anteil, welcher sich mehrheitlich aus Tellern zusammensetzt, scheint jedoch entweder aus einer Entfernung von 15 km südlich oder 30–40 km nordwestlich von Valencina importiert worden zu sein.</p> Mustafa Kibaroğlu, Thomas X. Schuhmacher, Alfredo Mederos Martín, Frank Falkenstein, Charles Bashore Acero Copyright (c) 2022 https://publications.dainst.org/journals/mm/article/view/4008 Mon, 16 Jan 2023 00:00:00 +0000 Cabecinho da Capitôa (Mafra, Lisbon, Portugal) https://publications.dainst.org/journals/mm/article/view/4012 <p>Die Fundstätte von Cabecinho da Capitôa (Lissabon, Mafra) wurde im Rahmen einer archäologischen Notgrabung im Zuge des Baus der Autobahn A21 entdeckt und ausgegraben. Diese Arbeiten ermöglichten die Bestimmung von stratigrafischen Kontexten und Materialgruppen, insbesondere einer Ansammlung von Keramikartefakten und einer Bernsteinkette, die in dieser Region und mit dieser chronologischen Stellung selten zu finden sind. Die Fundstätte und ihre Charakteristika wurden unter Berücksichtigung der unmittelbaren Umgebung (die Gemeinde Mafra) betrachtet, in der es viele diverse bronzezeitliche Ansiedlungen gibt. Die Analyse wurde schließlich durch eine Untersuchung der Besiedlung auf regionaler Ebene komplementiert. Überregionale Dynamiken werden durch eine laufende Studie zu der Bernsteinzirkulation auf der Iberischen Halbinsel während prä- und protohistorischer Zeiten untersucht. Aufgrund der Nutzungsweise der Stätte konnten auch Fragen im Zusammenhang mit der ritualen Deponierung von Artefakten und den Netzwerken der Produktzirkulation im Mittelmeerraum geklärt werden.</p> Ana Catarina Sousa, Carlos Pereira, Marta Miranda, António Monge Soares, Carlos Odriozola, Ana Margarida Arruda Copyright (c) 2022 https://publications.dainst.org/journals/mm/article/view/4012 Mon, 16 Jan 2023 00:00:00 +0000 Nuevas aportaciones al enclave fenicio de Ayamonte, Huelva (siglos VIII–VII a. C.) https://publications.dainst.org/journals/mm/article/view/4013 <p>In diesem Artikel werden die Ergebnisse einer präventiven archäologischen Kontrolle von Erdarbeiten vorgestellt, die zwischen 2019 und 2021 auf einem Gelände in der Villa de Ayamonte (Huelva) durchgeführt wurde. Die Untersuchung liefert neue Daten zur Kenntnis der phönizischen Enklave, die sich an diesem Ort zwischen dem 8. und 7. Jahrhundert v. Chr. entwickelt hat. Die Arbeiten haben eine Stratigrafie mächtiger Schichtanschwemmungen mit archäologischem Material protohistorischer Zeitstellung unter der Straße Galdames, die entlang eines alten Wasserlaufs verläuft, aufgedeckt. Dieser Wasserlauf trennt den Cerro de las Flores im Westen, auf dem sich die phönizischen Siedlungsbefunde in situ bis heute konzentrieren, und die Hügel von San Sebastián und San Francisco im Osten. Diese Schichtabfolge ist nur wenige Zentimeter über dem heutigen Bodenniveau erhalten und unregelmäßig hoch, da sie sich dem felsigen Untergrund anpasst, der im hinteren Drittel des Areals zum Vorschein kommt. Doch unterhalb der Geländebegrenzung zur Calle Galdames erreicht sie eine Tiefe von zwei Metern. Dieser Befund belegt steilere Hänge als die, die man heute an der Straße in diesem Bereich der Stadt beobachten kann, was auf die Verfüllung des alten Flussbetts zurückzuführen ist und erklären könnte, warum während der archäologischen Aktivität keine Strukturen dokumentiert wurden. Die Funde aus diesen Schichten bestehen aus Keramik westphönizischer Typologie, deren Chronologie mit der anderer Grabungen in Ayamonte übereinstimmt, die zwischen der zweiten Hälfte des 8. und der ersten Hälfte des 7. Jahrhunderts v. Chr. datiert werden. Die Vielfalt des Materialbestandes mit Tafel-, Koch-, Lager- und Transportkeramik sowie Resten von metallurgischen Aktivitäten sind ein Beweis für die Existenz einer phönizischen Ansiedlung auf dem oberen Osthang des Cerro de las Flores, von wo die Funde stammen müssen.</p> Guillermo Duclos de Navascués Copyright (c) 2023 https://publications.dainst.org/journals/mm/article/view/4013 Mon, 16 Jan 2023 00:00:00 +0000 La situación actual de la investigación fenicio-púnica y mauretana en el norte de Marruecos https://publications.dainst.org/journals/mm/article/view/4014 <p>Die phönizischen und punischen Grabungsstätten an der Mittelmeerküste Nordmarokkos entlang des Rif-Gebirges gelten aufgrund ihrer strategischen geografischen Lage zwischen maritimen Kolonialnetzen und kontinentalen Routen als wichtige Verbindungs- und Verknüpfungspunkte in der Archäologie des Mittelmeers und des Atlantiks. Der vorliegende Artikel befasst sich mit dem aktuellen Stand der Forschung zu diesen Enklaven, die in der wissenschaftlichen Literatur bisher wenig Beachtung gefunden haben.</p> Mohamed El Mhassani Copyright (c) 2023 https://publications.dainst.org/journals/mm/article/view/4014 Mon, 16 Jan 2023 00:00:00 +0000 Zu den Megalographien in der tartessischen Vasenmalerei https://publications.dainst.org/journals/mm/article/view/4015 <p>In dem Beitrag steht die Gruppe der bemalten orientalisierenden Vasen im Blickpunkt als einziger Gattung, die im Rahmen der tartessischen Keramik figürliche Bemalung trägt. Diese zeichnet sich dadurch aus, dass sie im Großformat gegeben ist, d. h. als Megalographie. Durch die Verwendung dieses formalen Merkmals erweist sich eine unmittelbare Nähe zur griechischen, namentlich zur protokorinthischen und korinthischen Keramik, wo dieses ab der Mitte des 7. Jahrhunderts v. Chr. erstmals erscheint. Die Analyse und Gegenüberstellung der Bemalung dieser hispanischen Vasen mit weiteren Merkmalen der protokorinthischen und korinthischen Keramik wie technisch-formalen, motivischen und kompositorischen erbringt eine Fülle an Übereinstimmungen und Gemeinsamkeiten. Der Schluss auf entsprechende griechische Vorbilder aus der korinthischen Vasenmalerei ist daher unausweichlich. Einige wenige griechische Vasen mit megalographer Bemalung dürften gegen Ende des 7. Jahrhunderts v. Chr./ Anfang des 6. Jahrhunderts v. Chr. ins südwestliche Hispanien gelangt sein. Aus ihrer Bildwelt haben die hispanischen Maler sich bedient, als die tartessische Elite – zu diesem Zeitpunkt auf dem Höhepunkt ihrer Macht – nach figürlicher Darstellung verlangte. Dabei kamen große geschlossene Gefäße als Bildträger zum Einsatz, sog. Amphoren, die mit der phönizischen Welt in Verbindung gebracht werden.</p> Thomas G. Schattner Copyright (c) 2023 https://publications.dainst.org/journals/mm/article/view/4015 Mon, 16 Jan 2023 00:00:00 +0000 Excavaciones arqueológicas en la ciudad griega de Emporion (2018–2021) y el proyecto Groundcheck »Ampurias’ Future – Learning from the Past. Sea Level Development and Climate Change from 5500 BC until AD 2100« https://publications.dainst.org/journals/mm/article/view/4016 <p>Das Deutsche Archäologische Institut Madrid (DAI Madrid) und die Außenstelle Empúries des Archäologischen Museums Kataloniens/Museu d’Arqueologia de Catalunya (MAC Empúries) führten zwischen 2019 und 2021 diachrone multidisziplinäre Forschungen mit einem Schwerpunkt in Empúries (l’Escala, Girona) und seiner Umgebung durch. Die Arbeiten sind Teil einer Kooperationsvereinbarung zwischen beiden Institutionen, die seit 2020 durch das DAI Projekt »Groundcheck – Cultural Heritage and Climate Change« einen besonderen Impuls erhielt. Die Untersuchungen sind noch im Gange. Dieser Artikel liefert einen Vorbericht der bisherigen Ergebnisse. Hervorzuheben ist die Grabung, die an der Meeresfront die frühesten griechischen Siedlungshorizonte aufdeckte, eine detaillierte Stratigraphie und eine große Anzahl aussagekräftiger Funde ergab und damit Phasen sowie Subphasen ab dem dritten Viertel des 6. Jahrhunderts v. Chr. dokumentieren ließ. Außerdem konnten bei einer Grabung in der Nähe des Naturhafens am Nordrand der archaischen Neápolis der fast vollständige Grundriss eines griechischen Hauses aus dem dritten Viertel des 6. Jahrhunderts v. Chr. belegt und Hinweise auf ein Hafenheiligtum festgestellt werden. Erstmalige geophysikalisch-bathymetrische Untersuchungen vor Empúries haben Felsformationen zu erkennen gegeben, welche die küstennahen Gebäude der antiken Stadt vor dem offenen Meer schützten. Neue geologischgeografische Untersuchungen ermöglichten zusammen mit eigenen Ergebnissen früherer geoarchäologischer Forschungen die Rekonstruktion der regionalen Landschaftsgeschichte ab dem Neolithikum und die Visualisierung von Szenarien der wichtigsten historisch-kulturellen Phasen der letzten 7.500 Jahre in einem interaktiven 3D-Modell sowie, unter Berücksichtigung der Berechnungen des IPPC (Intergovernmental Panel on Climate Change) 2021, Prognosen von Überflutungen aufgrund des Anstiegs des Meeresspiegels und der Zunahme von Stürmen.</p> Dirce Marzoli, Daniel Baños Gómez, Marc Bouzas Sabater, Helmut Brückner, Pere Castanyer Masoliver, Elisa Hernández Pastor, Ramon Julià Brugués, Anna Maria Puig Griessenberger, Marta Santos Retolaza, Joaquim Tremoleda Trilla Copyright (c) 2023 https://publications.dainst.org/journals/mm/article/view/4016 Mon, 16 Jan 2023 00:00:00 +0000 Elementos para el gobierno del caballo durante el periodo Tardo-Orientalizante/Ibérico Antiguo en la desembocadura del Segura a través de las evidencias arqueológicas https://publications.dainst.org/journals/mm/article/view/4017 <p>Vorgestellt wird eine Reihe von Bronzegegenständen, die mit der Führung von Pferden in Zusammenhang stehen (fünf runde Gebissschoner, eine Trense, ein Zügelring und vier konische Zierknöpfe). Diese stammen aus den Nekropolen von El Molar (San Fulgencio, Provinz Alicante) und El Llano de la Consolación (Albacete) sowie aus den Sammlungen des Archäologischen Museums von Murcia. Darüber hinaus wird ein Überblick über die bisherigen Befunde der Fauna aus verschiedenen Fundorten in der Region Alicante und entlang des Flusses Segura gegeben. Ziel der Arbeit ist es, die Präsenz und sozialspezifische Nutzung von Pferden im Mündungsgebiet des Flusses Segura während der spätorientalisierenden und frühen iberischen Zeit zu untersuchen. Elemente für die Führung von Pferden treten in dieser Zeit des kulturellen Übergangs ex novo auf und finden ihre Parallelen und Einflüsse in verschiedenen Gebieten im Süden und Westen der Iberischen Halbinsel. Obwohl wir bereits in der späten Bronzezeit in Peña Negra (Crevillent, Provinz Alicante) Belege für die Nutzung von Pferden gefunden haben, war es erst während des Übergangs von der Eisenzeit zu der frühen iberischen Periode, dass sich eine Reihe von Individuen u.a. Reitausstattung oder Elemente für den Zusammenbau von Wägen aneigneten. Diese wurden von ihnen auch als Grabbeigaben in Nekropolen, wie in der von El Molar, als eindeutige Statussymbole genutzt. Diese Aneignung fremder Objekte und Verhaltensweisen zeugt von der Notwendigkeit, die soziale Stellung bestimmter Persönlichkeiten zu unterstreichen. Dies geschah in Zeiten besonderer Instabilität und Unbeständigkeit, wie es in der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts v. Chr. an der Mündung des Segura der Fall war.</p> Raimon Graells i Fabregat, Javier Jiménez Ávila, Alberto Lorrio Alvarado, Pablo Camacho Rodríguez, María Pilar Iborra Eres, Ignacio Montero Ruiz Copyright (c) 2023 https://publications.dainst.org/journals/mm/article/view/4017 Mon, 16 Jan 2023 00:00:00 +0000 El ›Abrigo de las cinco albarcas‹ (Ligros, Albarracín, Teruel) https://publications.dainst.org/journals/mm/article/view/4018 <p>Das ›Abrigo de las cinco albarcas‹ befindet sich in der Masada de Ligros, in der Sierra de Albarracín, Teruel, dem harschen Territorium der antiken Lobetani. Es handelt sich um ein kleines Abri, in dessen Boden fünf 16 × 8 cm große Fußsohlen und zwei lange Rinnen eingearbeitet wurden, die in den beiden, in das Gestein geschlagene Gruben enden. Die Parallelen dieser Gruben mit Rinnen, die funktional als die laciculi von Panóias, die bothroi des griechischen chthonischen Kults oder die baltischen deyves interpretiert werden, reichen von den zirkumalpinen Gebieten bis nach Hispania und sind wahrscheinlich mit rituellen Einflüssen zu Beginn der Endbronzezeit verbunden. Der Zusammenhang der Fußsohlenritzungen mit den Rinnen und Gruben lässt auf ein Ritual schließen, das unter einem heiligen Felsen – und somit beinahe vollkommen im Verborgenen – an einem dominant gelegenen Abri durchgeführt wurde. Den Parallelen nach zu urteilen, wurden die Rinnen und Gruben wahrscheinlich für Opfertrankriten genutzt, die einem vorher festgelegten Ritual folgten. Die Fußsohlenritzungen entsprechen aufgrund ihrer geringen Größe den Füßen von Menschen im Alter von etwa sechs Jahren, was die Übergangsriten von der mütterlichen Sphäre der Kindheit zur vorpubertären Phase zu dokumentieren scheint, die bis zum Alter von fünfzehn Jahren dauerte. Diese in Keltiberien bisher kaum dokumentierte Altersklasse scheint der anderer indoeuropäischer Völker zu ähneln, in der die Initiierten kleine Gruppen unter der Führung eines Tutors bildeten und ein abhärtendes Leben in den Bergen führten. Sie lernten mit Schleuder, Bogen und Speer umzugehen und durch die Jagd und kleine Diebereien zu überleben, bevor sie Teil der iuventus wurden – einer Phase, in der sie ein für die alten indoeuropäischen Völker charakteristisches Leben der Kriegsführung und Raubzüge führten. In diesem Beitrag geht es speziell um den keltiberischen Stamm der Lobetani, der die zerklüfteten Gebiete der Gebirgszüge von Albarracín und Cuenca bewohnte.</p> Martín Almagro-Gorbea, Pedro Moya-Maleno, Julián Sáez Soriano Copyright (c) 2023 https://publications.dainst.org/journals/mm/article/view/4018 Mon, 16 Jan 2023 00:00:00 +0000 La arqueología judía de la Antigüedad Tardía y las limitaciones de la »taxonomía cultural« https://publications.dainst.org/journals/mm/article/view/4020 <p>Die Forschungen innerhalb der aufstrebenden Disziplin der Jüdischen Archäologie in Spanien und Portugal führten zu einer deutlicheren Sichtbarkeit der jüdischen Präsenz im archäologischen Befund. Während jedoch hierbei die segregierten mittelalterlichen Gemeinschaften bei den archäologischen Fundstätten besser sichtbar waren, hing die Interpretation der der Spätantike zugehörigen Funde von bestimmten theoretischen Prämissen ab, die sich auf die Suche nach einer Taxonomie der »Kulturen« konzentrierten, die traditionell in der Archäologie angewandt wurde. Die Ausgrabungen der 1990er-Jahre zusammen mit der Untersuchung von Archivalien zu Fundorten, die mit der spätantiken jüdischen Präsenz in Verbindung gebracht werden, ermöglichten die Kontextualisierung dieser Funde, vor allem in Grabstätten wie in Águilas (Murcia) und Mas Rimbau (Tarragona). Statt einer kulturell eigenständigen Gruppe wird uns eine jüdische Gemeinschaft präsentiert, die an den zivilen Normen der spätspanischen römischen Gesellschaft teilnahm, obwohl das Christentum zur offiziellen Religion des römischen Staates und der poströmischen Reiche bzw. Staaten wurde. Vor diesem Hintergrund wird ein neuer Ansatz für die jüdische Archäologie vorgestellt, der sich auf die Art und Weise konzentriert, wie diese Minderheit ihre Identität innerhalb der gemischten Räume zum Ausdruck brachte und damit apriorische Modelle kultureller Klassifizierungen hinter sich ließ.</p> Alexander Bar-Magen Numhauser Copyright (c) 2023 https://publications.dainst.org/journals/mm/article/view/4020 Mon, 16 Jan 2023 00:00:00 +0000 Espacios y usos de un conjunto aristocrático rural de época visigoda https://publications.dainst.org/journals/mm/article/view/4021 <p>Los Hitos (Arisgotas-Orgaz, Toledo) ist eine außergewöhnliche archäologische Stätte südöstlich der ehemaligen westgotischen Hauptstadt Toledo in Zentralspanien. Durch die Ausgrabungen der letzten Jahre konnte eine ländliche Siedlung identifiziert werden, deren Morphologie und Bauteile auf eine Besiedlung und Nutzung im Zusammenhang mit den spätantiken Führungsschichten hinweisen. Diese Analyse stellt die Funktionalität der verschiedenen dokumentierten Flächen dar und schlägt eine Interpretation des Komplexes im Lichte der neuesten Ergebnisse vor, die dank einer interdisziplinären archäologischen Methodik erzielt wurden.</p> Isabel Sánchez Ramos, Jorge Morín de Pablos, Miguel Ángel Díaz Moreno Copyright (c) 2023 https://publications.dainst.org/journals/mm/article/view/4021 Mon, 16 Jan 2023 00:00:00 +0000 Metrología y praxis constructiva en la arquitectura altomedieval hispana (siglos VIII–X) https://publications.dainst.org/journals/mm/article/view/4022 <p>Diese Arbeit untersucht die ›vormetrischen‹ Systeme, die von Baumeistern, Architekten und Steinmetzen bei der Errichtung frühmittelalterlicher Bauwerke Spaniens (8.–10. Jahrhundert) verwendet wurden. In der vorliegenden Studie wird eine Gruppe von Bauwerken – darunter insbesondere die Kirchen in Asturien – beleuchtet, um ihre Bedeutung zu bestimmen, sie miteinander in Beziehung zu setzen und ihre Typologie zu bewerten. Darüber hinaus wird auf mehrere Forschungsarbeiten der letzten Jahre verwiesen, die einen wichtigen Beitrag zur Bestimmung der vormetrischen Systemen geleistet haben, die im Frühmittelalter auf der Iberischen Halbinsel verwendet wurden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Untersuchung des Palastbaus, der heute als Santa María de Naranco bekannt ist (9. Jahrhundert). Der Bau eignet sich als Fallstudie, da hier das hohe Niveau der Stereotomie derartiger Gebäude sowie die hochentwickelte Verwendung verschiedener vormetrischer Systeme bei ihrer Planung deutlich wird.</p> Lorenzo Arias Páramo Copyright (c) 2023 https://publications.dainst.org/journals/mm/article/view/4022 Mon, 16 Jan 2023 00:00:00 +0000