The Evolution of Madīnat az-Zahrāʾ as Capital City of the Umayyad Caliphate

Schlagworte: Archäologie islamischer Kulturen, Kalifat der Umayyaden, Palastarchitektur, Stadtentwicklung

Abstract

Madīnat az-Zahrāʾ war von 940 bis 1016 n. Chr. Hauptstadt der Umayyaden. Seit mehr als einem Jahrhundert ist die Anlage Gegenstand archäologischer Untersuchungen. Ziel eines neuen Kooperationsprojektes der Junta de Andalucía und des Deutschen Archäologischen Instituts ist die Erforschung der Plaza de Armas, die sich östlich an das bislang untersuchte Palastareal anschließt. Auf Grundlage der neuen Forschungsergebnisse liefert der vorliegende Beitrag einen Überblick über den aktuellen Wissensstand zur Entwicklungsgeschichte des Fundortes. Vier Phasen werden dabei unterschieden und in Bezug auf die Konzeption und die Funktion der Gesamtanlage analysiert. In Phase I wurde ein weitläufiger Gartenpalast als Privatresidenz des Kalifen errichtet (940 n. Chr.). In Phase II kamen außerhalb der Palastmauern eine Moschee, Verwaltungsgebäude und Werkstätten hinzu, um den funktionellen Anforderungen einer Hauptstadt gerecht zu werden (944–948 n. Chr.). In Phase III wurden die Bauten in ein übergreifendes Gesamtkonzept integriert, das nun auch Stallungen und Unterkünfte für Soldaten und Bedienstete umfasste (950–957 n. Chr.). Und in Phase IV erfolgte eine Neugestaltung der Zugangskontrolle zum Palast (ca. 980 n. Chr.).

Veröffentlicht
2020-09-10
Rubrik
Artikel