Vorarbeiten für eine archäologische Typologie der Heiligtümer und Votivdepots des vorrömischen und römischen hispanischen Westens

  • Thomas Schattner (DAI Madrid)
Schlagworte: Heiligtümer, römisch ländlich, Westen der Iberischen Halbinsel, Sakrale Landschaft

Abstract

In diesem Beitrag werden die meist ländlichen oder in kleineren Siedlungen liegenden Heiligtümer des vorrömischen und römischen hispanischen Westens typologisch gegliedert und geordnet. Insofern hat dieser zusammenfassenden Charakter, der allerdings nur vorläufig sein kann, denn zum einen bleiben einige Typen von Heiligtümern aus sachlichen Gründen ausgeklammert, da sie derzeit von anderen Forschern bearbeitet werden, und zum anderen ist nur ein Teil der Iberischen Halbinsel in den Blick genommen. Für die Typologie stehen verschiedene Ordnungsprinzipien als Konstitutive zur Verfügung, zwei sind gewählt: 1. das innere archäologische Erscheinungsbild der Heiligtümer, namentlich anhand des beweglichen Inventars der Weihgeschenke, ihrer Art, Gattung, Aufstellung bzw. Deponierung (Abschnitt A) und 2. das nach dem äußeren in der Landschaft fixierte Erscheinungsbild an ihrem Ort, nach ihrer Lokalität (Abschnitt B). Insofern umfasst der Begriff »Typus« zwei Bedeutungsebenen. Im Ergebnis lassen sich nach derzeitigem Forschungsstand sechs Typen von Heiligtümern: umwalltes Heiligtum/Statuen/Steinkreise mit Steinpfeilern bzw. Votivdepots: Geschirr/Geschirr, Lampen, Terrakotten/Lampen benennen. Überraschend ist der hohe Anteil an Typen, die überregional vertreten sind. Im Vergleich ist gegenüber allen diesen Heiligtümern und Depots die Zahl der nur regional und lokal verbreiteten Typen wiederum vielleicht überraschend gering. Abschließend wird die zeitliche Dimension des Typus, ihre Lebenszeit sowie die Intensität in der Benutzung, das heißt die Frequentierung der Heiligtümer und dementsprechend der Votivdepots, beschrieben. Dies führt zu der Frage nach ihrem Verhältnis zu der jeweiligen landschaftlichen Umgebung und ihrer Besiedlung im Wandel der Entwicklung, das heißt zum Charakter dieser sakralen Landschaften.

Veröffentlicht
2020-09-09
Rubrik
Artikel