Dernières mentions des magistratures et des liturgies traditionnelles dans les cités d’Asie mineure: habitus épigraphique et vie institutionnelle locale à la fin du IIIe et au début du IVe siècle

  • Anne-Valérie Pont
Schlagworte:
Kleinasien, Epigramme, Ehreninschriften, Magistrate, Liturgen, Tetrarchenzeit
Abstract

Dieser Artikel versucht einige methodologische Probleme zu lösen, die sich aus der Untersuchung epigraphischer Quellen zum bürgerlichen Leben in Kleinasien zwischen den 270er Jahren n. Chr. bis zum Beginn der Herrschaft Konstantins ergeben. Die erste Schwierigkeit ist mit der fortschreitenden Entwicklung der Gattung der Epigramme verbunden, deren Merkmale eine Datierung der erhaltenen Zeugnisse erschweren. Dank einer Untersuchung der Epigramme, die Honoratioren ehren oder erwähnen, die bürgerliche Ämter bekleiden, konnte eine Reihe von Dokumenten identifiziert und datiert werden, die vielmehr dem Ende des 2. Jh./Anfang des 3. Jh. zugewiesen werden können als einer späteren Epoche. Nach Lösung dieses Problems konnten, basierend auf der Durchsicht der bestehenden Inschriftencorpora, die letzten Erwähnungen der traditionellen Magistraturen und Liturgien in Kleinasien identifiziert werden. Diese mögen nunmehr lediglich honorarischen Charakter besessen haben. Ihre Zahl ist sehr begrenzt; so beobachtet man das fast vollständige Verschwinden des ehrenden Gedenkens an die großen Honoratioren, Magistrate, Liturgen und Wohltäter, welches zuvor das Zusammenleben der lokalen Gemeinschaft versinnbildlicht hatte. Dieser Befund kontrastiert mit der bürgerlichen Tradition Kleinasiens in der Hohen Kaiserzeit sowie mit dem, was aus Africa Proconsularis bekannt ist, sowohl zur selben Zeit als auch bis ins vierte Jahrhundert.

Veröffentlicht
2020-06-02
Rubrik
Artikel