Pergamon – Das neue Forschungsprogramm und die Arbeiten in der Kampagne 2019

  • Felix Pirson (Deutsches Archäologisches Institut, Abteilung Istanbul)
Schlagworte:
Pergamon, Mikroregion, Transformation, Bauforschung, Geographie, Paläoanthropologie, Epigraphik, Baudenkmalpflege, Banketthaus, Oktogon, Amphitheater, Yığma Tepe, Tumuli, Asklepieion, Thermalbad, ländliche Besiedlung, Pitane, Rote Halle, Gymnasion
Abstract

Die Pergamongrabung konzentrierte sich 2019 auf Arbeiten im Rahmen des neuen Forschungsprogramms »Die Transformation der Mikroregion Pergamon zwischen Hellenismus und römischer Kaiserzeit« (TransPergMikro). Der Abschluss der Ausgrabungen des sog. Banketthauses am Osthang des Stadtberges hat wichtige neue Ergebnisse zum Aufbau, zur Ausstattung und zur Nutzung der ungewöhnlichen Anlage erbracht. Bei den ersten systematischen Ausgrabungen im Amphitheater von Pergamon wurden eine Nischenwand als Abschluss der Arena, ihr Boden sowie eine Konstruktion zur Anstauung von Wasser in ihrem Inneren nachgewiesen. Die Untersuchungen der archäologischen Bauforschung wurden im Amphitheater ebenso fortgesetzt wie im extraurbanen Thermalbad. Die archäologischen und geophysikalischen Nachuntersuchungen an den Tumuli Yığma Tepe und X-Tepe konnten abgeschlossen werden. Ein neues Projekt im Umfeld des Asklepieions hat erste Einblicke in Landnutzung und Bebauungsstruktur erbracht und konnte eine bislang unbekannte Bauterrasse oberhalb des Heiligtums nachweisen. Die Arbeiten im Umland von Pergamon durch Archäologie und Physische Geographie konzentrierten sich auf exemplarische Ausschnitte der Landschaft sowie auf einzelne herausragende Anlagen und deren naturräumlichen Kontext am südwestlichen Rand der Ebene des Kaikos (Bakırçay). Besonders eindrucksvoll ist ein Komplex mit reicher Marmorarchitektur und Hinweisen auf die Produktion von Baukeramik. Die erste Kampagne eines intensiven Surveys in Pitane (Çandarlı) diente vor allem der Erforschung von Art, Umfang und Dauer der dortigen Keramikproduktion. Die Maßnahmen der Baudenkmalpflege konzentrierten sich wiederum auf das Gymnasion und die Rote Halle, wo die mehrjährigen Konservierungsarbeiten an der Außenschale der südöstlichen Temenosmauer abgeschlossen wurden. Mit der Durchführung eines ›Capacity Building‹-Projektes im Wohnviertel unterhalb des Grabungshauses hat die Pergamongrabung Neuland betreten.

Veröffentlicht
2021-05-05
Rubrik
Artikel