Von der Nekropole zum Siedlungsplatz. Bericht über die Grabungskampagnen 2018 und 2019 in der Petosiris-Nekropole von Tuna el-Gebel

  • Katja Lembke (Niedersächsisches Landesmuseum Hannover)
  • Clementina Caputo (Politecnico di Milano)
  • Ercan Erkul (Universität Kiel)
  • Rex Haberland (Technische Universität Cottbus)
  • Rebekka Mecking (Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik)
  • Wolfgang Rabbel (Universität Kiel)
  • Jenny H. Schlehofer (Niedersächsisches Landesmuseum Hannover)
  • Harald Stümpel
  • Katharina Westphalen
Schlagworte: Römisches Ägypten, Totenkult, Siedlungen, Spätantike, Geophysik

Abstract

Ausgrabungen und Georadarmessungen in der Nekropole Tuna el-Gebel haben 2018 und 2019 neue Erkenntnisse über das Areal ergeben. Teilweise freigelegt wurden ein Steinbau (GB 73) und ein Gebäude aus ungebrannten Lehmziegeln (GB 72). Der Steinbau wurde in der Kaiserzeit als Grabbau genutzt, darüber hinaus verweist die Keramik auf eine Nachnutzung in der Spätantike. Die Anzahl und die Typen der Gefäße sprechen für die Ansiedlung einer größeren Gruppe von Menschen. GB 72 war zweistöckig und verfügte über ungewöhnliche Kultinstallationen vor der Fassade, die im Grabkontext zu deuten sind. Die Architektur verweist zudem auf eine diverse Nutzung des Gebäudes, etwa als Grabhaus und Einbalsamierungsstätte. Die geophysikalische Prospektion erschloss den östlichen Teil der Nekropole und ergänzte den Survey von 2007 und 2010. Die hohe Auflösung und die Kombination der Methoden ermöglichen eine genaue Differenzierung der Gebäudetypen sowie die Erstellung detaillierter Pläne der Nekropole. Zudem sind in den Radargrammen Störungen zu erkennen, die von Grabräubern herrühren.

Veröffentlicht
2020-11-04
Rubrik
Artikel