Der Reiche Stil in der klassischen Skulptur

Chronologie, Interpretation und formgeschichtliche Bedeutung

https://doi.org/10.34780/m5awb605

Autor/innen

Abstract

Der Reiche Stil ist eine Ausprägung der hochklassischen Kunst, die v. a. mit überreichen und teilweise artifiziellen Motiven eine Inszenierung des Körpers durch das Gewand anstrebt. Der chronologische Rahmen seines Vorkommens erstreckt sich von den mittleren 430er Jahren bis deutlich in das 4. Jh. v. Chr. hinein, sodass die gelegentlich vermutete unmittelbare Korrelation des Stils mit dem Peloponnesischen Krieg nicht plausibel ist. Auch die politische Interpretation unterschiedlicher Ausprägungen des Reichen Stils an den Skulpturenkomplexen der Akropolis ist abzulehnen. Zum einen, da diese Skulpturenkomplexe im Detail zu wenig präzise datiert sind, um die einzelnen Bestandteile zuverlässig aufeinander beziehen zu können, und zum anderen, weil sich nicht zuletzt an dem innerhalb von vier Jahren entstandenen Komplex der Skulpturen vom Asklepiostempel in Epidauros zeigt, dass Stilpluralismus auf kleinstem Raum und innerhalb derselben Werkstatt vorkommen konnte. Die unterschiedliche Ausprägung von Stil hängt eher von der ausführenden Person und semantischen Erwägungen ab als von der politischen Haltung der Auftraggeber. Zuletzt spricht sich der Beitrag dafür aus, die Blütezeit des Reichen Stils nicht durch eine Epochengrenze von der Zeit des Parthenon abzusetzen, weil es dazu aus kunstgeschichtlicher Perspektive keinen triftigen Grund gibt.

Schlagwörter

Reicher Stil, Stilpluralismus, Klassik, Hochklassik, griechische Kunstgeschichte, Modus

Veröffentlicht

2025-11-14

Ausgabe

Rubrik

Artikel

Zitationsvorschlag

Goldbeck, V. (2025) “Der Reiche Stil in der klassischen Skulptur: Chronologie, Interpretation und formgeschichtliche Bedeutung”, Archäologischer Anzeiger, 1, pp. § 1–. doi:10.34780/m5awb605.