Coinage and Currency in Ostrogothic Italy: Did Theoderic and his successors have an economic or monetary policy?

  • Hans-Ulrich Wiemer
Schlagworte:
Spätantike, Ostgoten, Theoderich der Große, Wirtschaftsgeschichte, Numismatik
Abstract

Die Einführung von Kupfermünzen im Wert von 40, 20, 10 und 5 nummi wird in der Forschung häufig als Mittel einer Wirtschaftspolitik Theoderichs betrachtet, deren Ziele freilich unbestimmt bleiben. Eine Überprüfung dieser Annahme ist schwierig, weil schriftliche Zeugnisse fehlen und weil die Chronologie, der Rhythmus und das Volumen dieser Prägungen umstritten sind; die Ansätze für den Beginn reichen von 477 bis 512. Der Aufsatz vertritt die These, dass die Prägung großer Kupfernominale wahrscheinlich im Bürgerkrieg zwischen Theoderich und Odoaker (um 490) begann und primär dem Zweck diente, die Soldaten des gotischen Königs in die Lage zu versetzen, Güter und Leistungen, die sie von der zivilen Bevölkerung erhielten, in einer Währung zu bezahlen, deren Wert garantiert wurde. Die großen Kupfermünzen waren ein Mittel der Befriedung der Beziehungen zwischen Militär und ziviler Bevölkerung; ihre Prägung entsprach dem Ideal der civilitas. Eine Betrachtung der Kupferprägung des Königs Theodahads sowie der Zirkulation der großen Kupfernominale in Italien bestätigt diese Annahme und führt zu dem Schluss, dass sie nicht nur für Theoderich, sondern auch für seine Nachfolger gilt.

Veröffentlicht
2021-12-06
Rubrik
Artikel