Siete Arroyos
A new Bronze Age funerary site in the lower Guadalquivir valley, Spain
https://doi.org/10.34780/2jj2dp90
Abstract
Auf einer bis zu 240 m hohen Anhöhe am Nordrand des Guadalquivirtals liegt ca. vier Kilometer nördlich von Villaverde del Río (Sevilla) der mehrphasige Siedlungskomplex von Mesa Redonda, der auf dem Gipfel des Berges einen Tell mit Schichten von mehr als 10 m Mächtigkeit ausbildet. Am Südhang des Berges wurde auf einer Terrasse eine Konzentration von vorgeschichtlichen, römischen und mittelalterlichen Fundmaterialien entdeckt, wobei sich am Westrand der Terrasse vor allem Keramik der Bronzezeit zeigte. Im Zuge von Sondagegrabungen auf dieser Siete Arroyos genannten Fundstelle konnten in direkter Nachbarschaft zueinander insgesamt sieben Gräber aufgedeckt werden, die mehrere Bestattungstypen aufwiesen. Neben drei einfachen Grubenbestattungen in seitlicher Hockerlage wurden zwei Steinkisten- und zwei Kollektivgräber gefunden, die nach Ausweis von Beigaben und 14C-Datierungen in die erste Hälfte bis um die Mitte des zweiten Jahrtausends v. Chr. datieren. Eines der Kollektivgräber enthielt mehr als 20 Individuen, deren Knochen größtenteils desartikuliert, vermischt und übereinander lagen. Nicht nur ist die Bandbreite der Grabtypen auf engem Raum für die Vollbronzezeit im Bereich des unteren Guadalquivirtals außergewöhnlich, sondern auch das Auftreten von Kollektivgräbern allgemein für die Bronzezeit auf der Iberischen Halbinsel unbekannt. Die Grabfunde von Siete Arroyos bieten das Potenzial, wichtige Informationen über die Bevölkerungsstruktur eines bronzezeitlichen Siedlungszentrums im unteren Guadalquivirtal wie dem Mesa-Redonda-Komplex zu liefern.
Schlagwörter:
Bronzezeit, Unteres Guadalquivirtal, Sondagegrabungen, Grabfunde, Steinkistengräber, Kollektivgräber, Siedlungskomplex