Wer die Lanze trägt

Zu den römischen Lanzenreliefs des hispanischen Nordostens

https://doi.org/10.34780/q33wxb72

Autor/innen

Abstract

Auf Marcus Terentius Varro, den römischen Universalgelehrten, geht offenbar die Meinung zurück, dass der Begriff lancea nicht einen lateinischen, sondern einen hispanischen Ursprung habe. Gemäß dem Zeugnis der Toponymie sowie der Anthroponymie müsste dieser im lusitanischen Gebiet zu suchen sein, wie die Forschung herausgearbeitet hat. Diesem Ergebnis werden hier nun als entsprechende archäologische Denkmäler die südaragonesischen und baetulonischen Lanzenstelen gegenübergestellt. Sie gelten als bedeutendste eisenzeitliche, vorrömische, dekorierte Reliefs der nördlichen Pyrenäenhalbinsel. Die Untersuchung erweist sie jedoch als römische, kaiserzeitliche Grabsteine, die für eine kleinräumliche Region des Hinterlands zwischen Zaragoza, Lérida und Teruel typisch sind. Als Auftraggeber kommen die im späten 1. und frühen 2. Jahrhundert n. Chr. neu entstehenden sozialen Gruppen wie die Freigelassenen infrage. Sie fanden in der Lanzendarstellung ein Ausdrucksmittel, das ihnen einerseits Selbstdarstellung und andererseits im gleichen Zuge ein Bekenntnis zu den althergebrachten Werten ermöglichte.

Schlagwörter:

Römische Kaiserzeit, Hispanien, Lanzen,, Grabstelen, Freigelassene

Veröffentlicht

2026-01-15

Ausgabe

Rubrik

Artikel

Zitationsvorschlag

Schattner, T.G. (2026) “Wer die Lanze trägt: Zu den römischen Lanzenreliefs des hispanischen Nordostens”, Madrider Mitteilungen, 66, pp. 196–252. doi:10.34780/q33wxb72.