Die Zenoniden, Alexander Iannaios und die Zerstörung von Amathous. Zu den Schleuderbleien von Tulul adh-Dhahab (Jordanien)

  • Peter Weiss
Schlagworte:
Zenon «Kotylas», Theodoros, Tulul adh-Dhahab, Essa, Gerasa, Flavius Iosephus, bellum Idaicum und antiquitates Iudaicae, Parolen auf Schleuderbleien
Abstract

Seit 2005 werden unter deutscher Leitung Untersuchungen an den besiedelten und befestigten Zwillingshügeln Tulul adh-Dhabab beiderseits des Jordanzuflusses Nahr az-Zarqa, des antiken Jabbok, in Jordanien vorgenommen. In zwei 2016 und 2017 erschienenen Vorberichten wurden auch vier Schleuderbleie publiziert, die dicht beisammen in einer Brandschicht im Peristyl einer palastartigen Anlage auf dem Gipfel des Haupthügels lagen. Nur eine der Aufschriften war nach den Photos vollständig lesbar, zwei andere wurden frei ergänzt, das vierte Geschoss ist stark beschädigt. Im vorliegenden Beitrag werden diese Schleuderbleie auf der Grundlage von Abformungen aus Matrizen neu ausgewertet. Eine der neu gelesenen Parolen beschwört den Sieg Zenons und führt damit auf eine Herrscherfamilie in Transjordanien – den «Tyrannen» in Philadelphia Zenon «Kotylas» und seinen Sohn Theodoros –, von der Flavius Iosephus wiederholt berichtet. Sie lag demnach von etwa 130 bis kurz vor 80 v. Chr. im Konflikt mit den Hasmonäern, vor allem mit Alexander Iannaios. Letzterer zerstörte Mitte der 90er Jahre Amathous, «die stärkste Festung jenseits des Jordans, wo Theodoros seine Schätze aufbewahrte». Der Aufsatz verbindet die Schleuderbleie und den Brand mit dieser Zerstörung von Amathous, mit der Folgerung, dass die Tulul adh-Dhahab Amathous sein müssen, was bisher umstritten war.

Veröffentlicht
2020-06-02
Rubrik
Artikel