https://publications.dainst.org/journals/index.php/aa/issue/feed Archäologischer Anzeiger 2020-12-03T15:30:20+01:00 Zentrale Wissenschaftliche Dienste – Redaktion idai.publications@dainst.de Open Journal Systems <p>Im <em>Archäologischen Anzeiger</em> (AA) werden Kurzbeiträge zu aktuellen Forschungen und Berichte über Grabungsprojekte des DAI sowie von Fachkollegen weltweit publiziert. Schwerpunktmäßig informiert die Zeitschrift über Themen aus dem Mittelmeerraum von der Vorgeschichte bis in die Spätantike, durchaus aber auch über Projekte außerhalb des Kernbereichs der Alten Welt. Dem Profil der Zeitschrift und der Forschungspraxis des Instituts entsprechend sind auch Beiträge im <em>Archäologischen Anzeiger</em> willkommen, die großräumige Verbindungen und Vernetzungen der antiken Welt in den nordeuropäischen, eurasischen und afrikanischen Raum thematisieren.<br>Die Qualität des Archäologischen Anzeigers wird durch ein doppelt anonymes Peer-Review-Verfahren sowie eine intensive Text- und Bildredaktion gesichert. Beginnend mit dem 1. Halbband 2019 sind die Beiträge neben der gedruckten Fassung zeitgleich auch in einem responsiven Viewer-Format sowie als PDF-Ausgabe im Open Access abrufbar.</p> <p><em>P-ISSN: 0003-8105 – E-ISSN: 2510-4713<br></em></p> https://publications.dainst.org/journals/index.php/aa/article/view/2616 Die Ausgrabungen in Boğazköy-Ḫattuša 2019 2020-12-01T18:04:44+01:00 Andreas Schachner nomail@nomail.com <p>Im Bereich des kārum wurden weitere Teile eines großen Vorratsgebäudes freigelegt, das in dieser Form bisher in keiner anderen Siedlung der altassyrischen Handelskolonien nachgewiesen werden konnte. Die große Menge an typologisch gleichförmigen Vorratsgefäßen vermittelt erstmals einen konkreten Einblick in die zentral geplanten und organisierten Wirtschaftsstrukturen des mittelbronzezeitlichen Fürstentums von Ḫattuš. Nach der Zerstörung dieses Komplexes, die durch eine weitere Keilschrifttafel auf die Zeit nach 1748 v. Chr. eingegrenzt werden kann, wird dieses Areal als große freie Fläche, in der nur stellenweise Öfen oder andere, wenig substantielle Installationen angetroffen wurden, unmittelbar weitergenutzt, so daß erneut – und hier erstmals in einer größeren Fläche – nachgewiesen werden kann, daß der politische Hiatus zwischen der kārum-Zeit und der Gründung des hethitischen Reichs nicht mit eine völligen Aufgabe der Siedlung gleichzusetzen ist. Die großflächige Neustrukturierung der Bebauung erfolgt nach Ausweis der Radiokarbondatierungen bereits sehr früh in der althethitischen Epoche, so daß Hinweise auf die Planungskriterien der hethitischen Machthaber sichtbar werden. Der wahrscheinliche Nachweis einer Zerstörung (von Teilen) der nördlichen Unterstadt durch ein Erdbeben bereits in der älteren Großreichszeit ist von besonderer Bedeutung. Sie bestätigt Beobachtungen in anderen Teilen der Unterstadt und macht deutlich, daß zu bestimmten Zeiten, vor allem aber in der jüngeren Großreichszeit, die bislang stets als der Höhepunkt der Stadt- und Reichsentwicklung angesehen wurde, nicht mit einer flächendeckenden Nutzung zu rechnen ist. Vielmehr ist von einer räumlich variierenden, partiellen Nutzung des ausgedehnten Stadtgebiets auszugehen. Diese Erkenntnis eröffnet neue Perspektiven für die zukünftige Erforschung der hethitischen Siedlung. Durch den intensiven Einsatz dreidimensionaler Dokumentationstechniken wurde in der Kammer B von Yazılıkaya mit hoher Wahrscheinlichkeit ein bisher unbekanntes Relief nachgewiesen. Dank der gleichen Technologie kann auch die Lesung einer Inschrift am Löwentor verbessert werden. Die Untersuchungen im Bereich des römischen Militärlagers und eines ausgedehnten Villenkomplexes bestätigen die bisherigen chronologischen Ergebnisse. Gleichzeitig konnte möglicherweise ein Zugang zu dem Lager von Norden aufgedeckt werden.</p> 2020-11-16T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2020 Archäologischer Anzeiger https://publications.dainst.org/journals/index.php/aa/article/view/2617 Geophysical Survey at Morgantina 2020-12-03T15:26:43+01:00 Stephen Kay nomail@nomail.com Monika Trümper nomail@nomail.com Michael Heinzelmann nomail@nomail.com Elena Pomar nomail@nomail.com <p>Geophysical surveys were conducted at Morgantina in 1970, 2012 and 2018, with the objective of better understanding the city plan of the Archaic city on the Cittadella Hill and the Classical and Hellenistic city on the Serra Orlando Ridge. This paper focuses on the results of the 2018 survey conducted over three sectors on the Serra Orlando Ridge. It demonstrates that magnetometry was successful in rapidly recording subsurface archaeological features across the site, including the presence of streets, walls and areas of habitation. The general layout of streets and insulae of the orthogonal grid plan that was established in the mid-5th century B.C. on the Serra Orlando Ridge has been confirmed and the precise course of streets has been defined in more detail than hitherto known.</p> 2020-11-16T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2020 Archäologischer Anzeiger https://publications.dainst.org/journals/index.php/aa/article/view/2619 Finds from Miletus XXXII. Clay Rings from the Sanctuary of Dionysos in Miletus 2020-12-03T15:27:19+01:00 Lisa Steinmann nomail@nomail.com <p>During its excavation in the 1970s, a large number of unidentifiable objects were found in the sanctuary of Dionysos in Miletus: »Peculiar and as of now not explicable for the editor [Willi Real] are numerous fragments of flat rings […]. They are reminiscent of the rings used for modern coal stoves. […] Hitherto no interpretation has been found.« (Real 1977, 105). In the course of a re-examination of the excavation’s findings since 2017, it has been possible to find similar rings from different places in the Mediterranean. It is plausible that these until now unidentified objects are stacking rings used in potters workshops, an isolated and unique find for 5th century Miletus. In this article, the rings will be compared and classified, followed by an assessment of their functionality as well as a discussion of their context.</p> 2020-11-16T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2020 Archäologischer Anzeiger https://publications.dainst.org/journals/index.php/aa/article/view/2620 Lysipps Statuen des Herakles 2020-12-03T15:27:51+01:00 Sascha Kansteiner nomail@nomail.com <p>In dem hier präsentierten Beitrag geht es um die Beurteilung von themengleichen statuarischen Typen, die sich auch formal sehr ähnlich sehen. Es wird gezeigt, dass ein bislang nicht als eigenständig erkannter statuarischer Typus des ausruhenden Herakles, der Herakles Typus Antalya-Borghese, nicht als römische Version des kolossalen Herakles Typus Farnese, sondern als dessen Vorläufer zu bestimmen ist. Auf dieser Grundlage kann erstmals plausibel gemacht werden, dass ein griechischer Bronzegießer, sehr wahrscheinlich Lysipp, ein bestimmtes Thema zunächst in einem ›handlichen‹ Format realisiert hat, um es einige Jahre später – dieses Mal in kolossalem Format – wieder aufzugreifen. Ein solches Vorgehen ist zwar an sich nicht überraschend, ließ sich in der griechischen Skulptur jedoch bislang nicht nachweisen.</p> 2020-11-16T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2020 Archäologischer Anzeiger https://publications.dainst.org/journals/index.php/aa/article/view/2621 Der schlaffe Thyrsos. Zur Plinthe des Farnesischen Stiers und zur Frage der expliziten künstlerischen Selbstreferenz in kaiserzeitlichen Marmorbildwerken 2020-12-03T15:28:17+01:00 Arne Reinhardt nomail@nomail.com <p>Die Darstellung der dramatischen Szene um die Bestrafung der Dirke, die in der kolossalen marmornen Skulpturengruppe des ›Farnesischen Stiers‹ aus den Caracalla-Thermen erhalten ist, umfasst neben den Hauptfiguren zahlreiche weitere Bildelemente an der Felsenplinthe. In inhaltlicher Hinsicht bereichern diese das gezeigte Geschehen durch eine detaillierte Angabe des Geschehensortes oder sie sind einzelnen Figuren als Attribute beigegeben. Dies gilt auch für den Thyrsosstab der Dirke, dessen Schaft jedoch durch einen zweifachen Richtungswechsel auffällt. Damit erscheint das dionysische Attribut hier entgegen der geläufigen Vorstellung und Darstellungsweise nicht unversehrt, sondern deformiert, wobei das eine Ende schlaff über die Felsenkante nach unten zu hängen scheint. Der Beitrag erörtert unterschiedliche Erklärungsmöglichkeiten für diesen sperrigen Bildbefund ohne direkte Parallelen und diskutiert dessen Aussagegehalt sowohl innerhalb des dargestellten Geschehens als ein Mittel der Bilderzählung bzw. der metaphorischen Charakterisierung als auch mit Blick auf den exzeptionellen künstlerisch-technischen Anspruch des Bildwerks, dessen gelungene Umsetzung komplementär zum Inhalt ein eigenständiges Thema des ›Farnesischen Stiers‹ bildet.</p> 2020-11-16T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2020 Archäologischer Anzeiger https://publications.dainst.org/journals/index.php/aa/article/view/2622 A Portrait Head of Severus Alexander in Delft 2020-12-03T15:28:40+01:00 Sam Heijnen nomail@nomail.com Eric M. Moormann nomail@nomail.com <p>An as yet unpublished ancient marble head from the Paul Tétar collection in Delft (NL) can be interpreted as a portrait of Emperor Severus Alexander (222–235 A.D.). The provenance of the piece is unknown. On the basis of the bearded cheeks and moustache as well as other criteria the portrait must be classified in ›Group C‹ of the official portrait type of the emperor and dated to c. 225 A.D. Thus 31 portraits of the emperor are known in total.</p> 2020-11-16T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2020 Archäologischer Anzeiger https://publications.dainst.org/journals/index.php/aa/article/view/2623 Von der Nekropole zum Siedlungsplatz. Bericht über die Grabungskampagnen 2018 und 2019 in der Petosiris-Nekropole von Tuna el-Gebel 2020-12-03T15:29:06+01:00 Katja Lembke nomail@nomail.com Clementina Caputo nomail@nomail.com Ercan Erkul nomail@nomail.com Rex Haberland nomail@nomail.com Rebekka Mecking nomail@nomail.com Wolfgang Rabbel nomail@nomail.com Jenny H. Schlehofer nomail@nomail.com Harald Stümpel nomail@nomail.com Katharina Westphalen nomail@nomail.com <p>Ausgrabungen und Georadarmessungen in der Nekropole Tuna el-Gebel haben 2018 und 2019 neue Erkenntnisse über das Areal ergeben. Teilweise freigelegt wurden ein Steinbau (GB 73) und ein Gebäude aus ungebrannten Lehmziegeln (GB 72). Der Steinbau wurde in der Kaiserzeit als Grabbau genutzt, darüber hinaus verweist die Keramik auf eine Nachnutzung in der Spätantike. Die Anzahl und die Typen der Gefäße sprechen für die Ansiedlung einer größeren Gruppe von Menschen. GB 72 war zweistöckig und verfügte über ungewöhnliche Kultinstallationen vor der Fassade, die im Grabkontext zu deuten sind. Die Architektur verweist zudem auf eine diverse Nutzung des Gebäudes, etwa als Grabhaus und Einbalsamierungsstätte. Die geophysikalische Prospektion erschloss den östlichen Teil der Nekropole und ergänzte den Survey von 2007 und 2010. Die hohe Auflösung und die Kombination der Methoden ermöglichen eine genaue Differenzierung der Gebäudetypen sowie die Erstellung detaillierter Pläne der Nekropole. Zudem sind in den Radargrammen Störungen zu erkennen, die von Grabräubern herrühren.</p> 2020-11-16T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2020 Archäologischer Anzeiger https://publications.dainst.org/journals/index.php/aa/article/view/2624 Arbeiten in Milet in den Jahren 2012 bis 2016. Chronik, neue Befunde aus antiker, byzantinischer und türkischer Zeit sowie Denkmalpflege 2020-12-03T15:29:36+01:00 Philipp Niewöhner nomail@nomail.com <p>Dieser Beitrag schreibt einleitend die Chronik der Miletgrabung um fünf Jahre fort. Anschließend werden neue, bislang noch nicht publizierte Befunde vorgestellt. Eine Ausgrabung im Vorfeld der Theaterhöhle hat ein bedeutendes, wohl hellenistisches Fundament und weitere byzantinische Gebäude nachgewiesen (A. Vacek). Die Bauaufnahme der byzantinischen Stadtmauer aus der Zeit der Araberkriege hat eine bislang unbekannte Pforte identifiziert (S. Giese). Am Humeitepe ist eine kleine türkische Moschee, eine sogenannte Mescit, entdeckt worden (Ph. Niewöhner). Ein Survey auf dem Humeitepe hat die Siedlungsgeschichte dieses Stadtteils anhand von Streufunden beschrieben (Ch. Berns – S Huy). Neue palynologische Befunde verbessern das Verständnis der byzantinischen Siedlungsgeschichte im Um- und Hinterland (A. Izdebski). Außerdem werden umfangreiche denkmalpflegerische Arbeiten berichtet. Sie galten neuen Besucherwegen, Schautafeln und Führern, einer Neupräsentation des Bischofspalasts sowie der Sicherung einsturzgefährdeter Teile der Faustinathermen (Ph. Niewöhner).</p> 2020-11-16T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2020 Archäologischer Anzeiger https://publications.dainst.org/journals/index.php/aa/article/view/2625 DEI Excavations on the Southwestern Slope of Mount Zion (2015–2019) 2020-12-03T15:30:20+01:00 Dieter Vieweger nomail@nomail.com Jennifer Zimni nomail@nomail.com Friederike Schöpf nomail@nomail.com Michael Würz nomail@nomail.com <p>The excavations of the GPIA Mount Zion project are located around the Protestant Cemetery in Jerusalem. Three areas reveal archaeological remains dating from the Iron Age II up until the Islamic period. After reinvestigating the area of the »Gate of the Essenes« the GPIA excavated further living quarter structures, mainly dating into the Early Roman as well as into the Byzantine era. The results shed new light on the course of the ancient city walls (Iron Age – Ayyubid) as well as on the population living on Mount Zion in Roman and Byzantine times.</p> 2020-11-16T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2020 Archäologischer Anzeiger