https://publications.dainst.org/journals/index.php/aa/issue/feed Archäologischer Anzeiger 2019-11-18T14:23:51+01:00 Redaktion der Zentrale idai.publications@dainst.de Open Journal Systems <p><span>Im <em>Archäologischen Anzeiger</em> (AA) werden Kurzbeiträge zu aktuellen Forschungen und Berichte über Grabungsprojekte des DAI sowie von Fachkollegen weltweit publiziert. Schwerpunktmäßig informiert die Zeitschrift über Themen aus dem Mittelmeerraum von der Vorgeschichte bis in die Spätantike, durchaus aber auch über Projekte außerhalb des Kernbereichs der Alten Welt. Dem Profil der Zeitschrift und der Forschungspraxis des Instituts entsprechend sind auch Beiträge im <em>Archäologischen Anzeiger</em> willkommen, die großräumige Verbindungen und Vernetzungen der antiken Welt in den nordeuropäischen, eurasischen und afrikanischen Raum thematisieren.<br />Die Qualität des Archäologischen Anzeigers wird durch ein doppelt anonymes Peer-Review-Verfahren sowie eine intensive Text- und Bildredaktion gesichert. Beginnend mit dem 1. Halbband 2019 sind die Beiträge neben der gedruckten Fassung auch in einem responsiven Viewer-Format im Open Access abrufbar.<br /></span></p><p><span><em>P-ISSN: 0003-8105 / E-ISSN: 2510-4713<br /></em></span></p> https://publications.dainst.org/journals/index.php/aa/article/view/2263 Editorial 2019-11-18T14:23:49+01:00 Friederike Fless nomail@nomail.com Philipp von Rummel nomail@nomail.com Zu seinem 130. Geburtstag macht der traditionsreiche Archäologische Anzeiger einen bedeutenden Schritt in die digitale Zukunft. Von nun an erscheint er neben der gedruckten Fassung in neuem Gewand gleichzeitig auch digital im Open Access. Die Zeitschrift kann fortan von einer weit größeren Leserschaft weltweit konsultiert werden als bisher und so dem internationalen wissenschaftlichen Austausch und der Kooperation schneller und effektiver dienen. Ein Internetzugang genügt, um einen Beitrag aus dem Archäologischen Anzeiger bereits am Erscheinungstag lesen zu können, überall auf der Welt und unabhängig von den individuellen Möglichkeiten, gut ausgestattete Fachbibliotheken besuchen zu können. Der Anzeiger fügt sich damit ein in die offenen Online-Angebote der iDAI.world, der umfassenden digitalen Forschungsumgebung des Deutschen Archäologischen Instituts. 2019-11-18T14:23:49+01:00 Copyright (c) 2019 Archäologischer Anzeiger https://publications.dainst.org/journals/index.php/aa/article/view/2271 The Hoard of Rodotopi in Ioannina (Epirus, NW Greece) and the Copper Single-Edged Shaft-Hole Axes of the Early Bronze Age in the Helladic Area 2019-11-18T14:23:49+01:00 Christos N. Kleitsas nomail@nomail.com The hoard of Rodotopi in Ioannina is a set of four copper single-edged shaft-hole axes of the Early Bronze Age. Together with eight isolated similar artefacts from Epirus, they are classified in the type with the conventional name Veselinovo (after Vulpe). Its distribution is mainly located in the regions of Epirus, western-central Macedonia and in the neighbouring areas of Bulgaria or Romania. These were tools and/or weapons with a symbolic character, which were withdrawn from circulation (recycling) to become utilitarian or votive deposits. Furthermore, issues of production, consumption or use, combined with archaeometric data (metallography and chemical analysis), are examined to give a more comprehensive interpretation. This gives us an insight into the networks of ideas, commodities and know-how existing at an early period, when copper working was still at an experimental stage, in general. 2019-11-18T14:23:49+01:00 Copyright (c) 2019 Archäologischer Anzeiger https://publications.dainst.org/journals/index.php/aa/article/view/2265 Die Ausgrabungen in Boğazköy-Ḫattuša 2018 2019-11-18T14:23:49+01:00 Andreas Schachner nomail@nomail.com Der Nachweis eines kārum-zeitlichen Vorratsgebäudes der königlichen Verwaltung und die abschließende Freilegung eines hethitischen Monumentalgebäudes in der nördlichen Unterstadt vermitteln einen neuen Eindruck von der baulichen und wirtschaftlichen Struktur der Stadt. Im Norden der Stadt und westlich von Mıhraplıkaya verdichten die Grabungen das Bild der römischen Besiedlung. Durch den Nachweis einer in dieser Form in Anatolien bisher unbekannten, großangelegten Villen-, Garten- und Teichanlage wird deutlich, wie stark die römische Kultur in Galatien wirkte und die Region zumindest für 150 bis 200 Jahre prägte.<br />Forschungen zur Geologie der Region zeigen, daß Ḫattuša in einer seismisch aktiven Gegend lag. Spuren antiker Erdbeben sind an den hethitischen Monumentalbauten nachweisbar, auch wenn sie beim gegenwärtigen Stand nicht datierbar sind. Ein weiteres Projekt erlaubt den Schluß, daß die Felsen in Yazılıkaya mit großer Wahrscheinlichkeit nach dem Behauen in einem weiteren Schritt bearbeitet wurden. Südöstlich von Kesikkaya wurde das Grabungsareal fast vollständig rekonstruiert und vermittelt die architektonische Entwicklung über mehrere Bauschichten von der hethitischen Zeit bis in die galatische Epoche. Gleichzeitig wurden die Arbeiten am Löwenbecken abgeschlossen. 2019-11-18T14:23:49+01:00 Copyright (c) 2019 Archäologischer Anzeiger https://publications.dainst.org/journals/index.php/aa/article/view/2266 Die Arbeiten in Milet in den Jahren 2006—2011 2019-11-18T14:23:49+01:00 Volkmar von Graeve nomail@nomail.com Den Schwerpunkt der Arbeiten bildeten die Ausgrabungen im milesischen Aphroditeheiligtum ›von Oikus‹, das im Rahmen des archaischen Programms entdeckt wurde und dessen Freilegung nun abgeschlossen ist. Das Zentrum seiner Topographie bildet ein Gipfelplateau als Standort der sukzessiv erfolgten Tempelbauten, von denen nur die Existenz eines kleinen Baus aus dem frühen 6. Jh. v. Chr. und eines großen spätarchaischen Tempels gesichert ist. Weitere topographische Fixpunkte sind die Westterrasse, deren Anfänge in einem aufgefüllten Steinbruch liegen und die mit den Funden aus dieser Auffüllung einen großen Teil der Votivgaben des Heiligtums geliefert hat, außerdem der Ostabhang mit einem Bothros, der in der Zeit um 630 v. Chr. geschlossen wurde und der mit dieser Datierung eine chronologische Neuorientierung im 7. Jh. v. Chr. notwendig macht. Gegraben wurde außerdem an einer Straße nördlich des Kalabaktepe, die nach der geophysikalischen Prospektion zum Straßenraster des spätarchaischen Stadtplans von Milet gehört hat. Die Grabung hat gezeigt, dass hier infolge des Niedergangs der Stadt nach der Perserzerstörung das neue urbanistische Konzept nicht vollständig umgesetzt wurde. 2019-11-18T14:23:49+01:00 Copyright (c) 2019 Archäologischer Anzeiger https://publications.dainst.org/journals/index.php/aa/article/view/2267 Die Kleinsiedlung Babunjë. Neue Forschungen zur territorialen Siedlungsstruktur zwischen Apollonia und Epidamnos/Dyrrhachion (Albanien) 2019-11-18T14:23:50+01:00 Manuel Fiedler nomail@nomail.com Eduard Shehi nomail@nomail.com Szilamér Péter Pánczél nomail@nomail.com Gregor Döhner nomail@nomail.com Die Ausgrabungen in Babunjë zielen darauf ab, den in spätarchaischer Zeit gegründeten und im frühen Hellenismus aufgegebenen Ort in seiner urbanen Struktur, den Privatbauten und insbesondere seiner Fortifikation zu untersuchen und beispielhaft zugleich die komplexe Siedlungsstruktur an der Ostküste des südlichen Adriatischen Meeres zu erkunden. Die Kleinsiedlung von nur ca. 5 ha Größe, die nach geophysikalischen Messungen ein regelhaftes Straßenraster in Form archaischer Streifenstädte hatte, könnte ein von Apollonia abhängiger Ort gewesen sein. Die Grabungen belegen, dass Babunjë im 5. Jh. v. Chr. mit einer Fortifikation befestigt wurde. Unterschiedlichen Bautechniken und -materialien zufolge – verwendet wurden Konglomeratgestein, Lehmziegel und geschichtete Dachziegel – hatte man die Umfassungsmauer offenbar in Eile errichtet. In der Stratigraphie lassen sich Details der Bauvorgänge ablesen. Untersucht wurde ebenso ein klassisches Haus, von dem bislang zwei von der Straße abgewandte – und möglicherweise auf einen angrenzenden Hof orientierte – Räume angeschnitten wurden. Bemerkenswert unter den Funden ist insbesondere die Bronzestatuette eines auf einem Pferd galoppierenden Kriegers. 2019-11-18T14:23:50+01:00 Copyright (c) 2019 Archäologischer Anzeiger https://publications.dainst.org/journals/index.php/aa/article/view/2268 Museruole di cavallo in bronzo dalle stoai dell’Epiro 2019-11-18T14:23:50+01:00 Elia Rinaldi nomail@nomail.com Il presente contributo prende in esame due museruole di cavallo in bronzo rinvenute nelle stoai delle agorai di due centri urbani epiroti di età ellenistica. Lo studio dei manufatti viene affrontato attraverso un esame degli aspetti morfologici e un’indagine approfondita del contesto architettonico e del record archeologico di rinvenimento. La ricerca consente, da un lato, di proporre una datazione delle due museruole anche sulla base di una serie di confronti con esemplari provenienti da altre zone del Mediterraneo, dall’altro, permette di motivare la presenza di oggetti così singolari in spazi pubblici e di suggerire nuove ipotesi riguardo alla ricostruzione del contesto deposizionale e alla destinazione funzionale delle stoai. 2019-11-18T14:23:50+01:00 Copyright (c) 2019 Archäologischer Anzeiger https://publications.dainst.org/journals/index.php/aa/article/view/2269 Die frühkaiserzeitlichen Grabsteine aus Simitthus (Chimtou). Stilistisch-epigraphische Analyse und urbaner Kontext 2019-11-18T14:23:50+01:00 Stefan Ardeleanu nomail@nomail.com Moheddine Chaouali nomail@nomail.com Werner Eck nomail@nomail.com Philipp von Rummel nomail@nomail.com Dieser Beitrag präsentiert erstmals alle 65 bis heute bekannten Grabdenkmäler des 1. und frühen 2. Jhs. aus Simitthus/Chimtou (Tunesien) und seinem Umland. Diese neben zeitgleichen Gruppen aus Karthago, Ammaedara und Mactaris bedeutendste Grabmarkerserie der frühkaiserzeitlichen <em>Africa</em> <em>Proconsularis</em> ist ein wichtiges Indiz für die tiefgreifende Transformation der frührömischen Stadt. Die kombinierte ikonographisch-epigraphische Analyse der Grabdenkmäler aus drei neu eingerichteten Nekropolen bietet neue Einblicke in die während des 1. Jhs stark expandierende <em>colonia</em>. Die lokalen Steinmetzwerkstätten bedienten sich eines regional in vorrömischer Zeit etablierten Rahmendekors und Typenspektrums. ›Afrikanische‹ Namen und eine lateinisch-neopunische Bilingue zeugen von der Beibehaltung bestehender Grabmarkierungstraditionen. Anhand der Gentilnamen, einiger Statuenmotive und Funerärsymbole sind gleichzeitig klare Bezüge nach Mittelitalien offenkundig. Aus dieser Region scheinen zahlreiche Neusiedler, darunter <em>negotiatores</em>-Familien, an den wichtigen Straßenknotenpunkt Simitthus mit seinen Marmorbrüchen übergesiedelt zu sein. Unter den 16 erstmals vorgelegten Grabsteinen finden sich neue Militärs und Beamte. Grabdenkmäler mit analoger Stilistik aus dem Umland belegen die Dominanz der simitthuensischen Steinmetzschulen im mittleren Majradatal. 2019-11-18T14:23:50+01:00 Copyright (c) 2019 Archäologischer Anzeiger https://publications.dainst.org/journals/index.php/aa/article/view/2270 Geschlechtswechsel in der antiken Skulptur 2019-11-18T14:23:51+01:00 Sascha Kansteiner nomail@nomail.com Ausgangspunkt des Beitrags ist die große Gruppe von römischen Skulpturen, die ein griechisches Original im Großen und Ganzen getreu wiedergeben, es aber inhaltlich abwandeln, die sog. Umdeutungen. Wie weit der Spielraum reicht, der sich den Bildhauern bei diesem ambivalenten Umgang mit Statuen klassischer und hellenistischer Zeit bot, veranschaulichen einige Extremfälle, in denen nicht nur die Attribute und die Bekleidung des Originals verändert, sondern sogar das Genus transformiert worden ist. Zu solchen Schöpfungen kam es offenbar dann, wenn Bildhauer mit der Aufgabe konfrontiert waren, Statuen anzufertigen, für deren Kreation das einschlägige Repertoire an Abgüssen griechischer Originale nichts Passendes parat hielt, etwa eine weibliche Figur aus dem Gefolge des Bacchus oder ein Hirtenmädchen. Durch die Orientierung an einer im weitesten Sinn ›klassischen‹ Form war es möglich, beim Käufer den Eindruck zu erwecken, dass eine Statue trotz ungewöhnlichen Sujets auf einem Vorbild aus der Blütezeit der griechischen Kunst fußt. – Die Besprechung der Spezial-Umdeutungen bietet außerdem die Gelegenheit, die Überlieferung zweier äußerst beliebter statuarischer Typen des Dionysos vorzuführen, die in der Forschung so gut wie unbekannt geblieben sind. Den Abschluss bildet ein Ausblick auf die Transformation des Genus bei Statuen in sekundären Zusammenhängen, also in der Spät- und in der Nachantike. 2019-11-18T14:23:51+01:00 Copyright (c) 2019 Archäologischer Anzeiger