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2022-2
Abteilung Athen
Athen, Griechenland
Forschungen im Rahmen des Projektes »Shapes of Ancient Greece«: Das Fragment einer spätgeometrischen Riesenamphora
Arbeiten im Jahr 2022
Einleitung
1Ziel des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanzierten Projektes »Shapes of Ancient Greece« ist die vollständige digitale Erfassung der etwa 37.000 Objekte der archäologischen Sammlung der Abteilung Athen. Das Projekt wurde bereits im Faszikel 2021-2 der e-Forschungsberichte vorgestellt, so dass an dieser Stelle wenige allgemeine Hinweise ausreichend sind [1]. Die Sammlungsbestände, bei denen es sich größtenteils um Keramikfragmente handelt, werden sowohl fotografiert als auch gescannt. Mit dem Laser Aided Profiler (LAP) werden zweidimensionale Profilzeichnungen erzeugt. Von einigen ausgewählten Objekten werden zudem 3D-Modelle generiert. Die Arbeiten mit dem dafür verwendeten Scanner »Go!Scan 3D« konnten bereits 2021 abgeschlossen werden. Die fotografische Dokumentation und die Arbeiten mit dem LAP werden fortgesetzt. Sämtliche Digitalisate werden zusammen mit erläuternden Metadaten in iDAI.objects (Arachne) veröffentlicht werden.
2Das Ziel der Digitalisierung besteht darin, eine neue Grundlage für die wissenschaftliche Aufarbeitung der Sammlungsbestände zu schaffen. Bereits während der Projektlaufzeit sollen einige besonders interessante Einzelobjekte sowie kleinere Fundgruppen vorgestellt werden, um so auf das wissenschaftliche Potential der Sammlung aufmerksam zu machen. Mit dem vorliegenden Beitrag wird dieses Vorhaben begonnen.
Amphora oder Krater?
3Besprochen wird an dieser Stelle ein Wandfragment (Abb. 1. 2) eines figürlich bemalten spätgeometrischen Gefäßes (Inv. 32805, Fundgruppe 420), das erstmals 1974 von Frank Brommer publiziert wurde [2], aber seitdem in der Forschung trotz seiner Bedeutung kaum beachtet wurde. Brommer erkannte, dass das Fragment vom Rand einer Prothesis-Darstellung stammt (zum Begriff s. unten) und wies auf die ungewöhnliche Größe der menschlichen Figuren hin. Zu weiteren Erkenntnissen konnte er vor allem deswegen nicht gelangen, weil er sich nicht in der Lage sah, zu entscheiden, ob das Fragment von einem Krater oder einer Amphora stammt. In der Tat sind derartige großformatige Prothesis-Szenen nur auf spätgeometrischen Krateren oder auf Bauchhenkelamphoren dargestellt worden. Kratere dienten als Grabmale von herausgehobenen Männerbestattungen, Bauchhenkelamphoren hatten dieselbe Funktion für Frauengräber. Die Frage, welchem Gefäßtypus das Fragment in der Sammlung des DAI Athen zuzuordnen ist, kann auf Grund der Beschaffenheit der Innenseite sicher entschieden werden (Abb. 3). Da die Innenseiten der großformatigen spätgeometrischen Grabkratere in aller Regel vollständig monochrom ausgemalt sind, spricht schon die fehlende Bemalung dafür, dass das in Rede stehende Stück von einer Bauchhenkelamphora stammen muss. Es kommt hinzu, dass die Innenseite der Scherbe nicht geglättet ist, wie dies bei einem Krater zu erwarten wäre, sondern deutlich erkennbare waagerechte Rillen aufweist, die sich in dieser Deutlichkeit nur bei geschlossenen Gefäßen nachweisen lassen.
Herstellungstechnik
4Die Gestaltung der Innenseite erlaubt es auch, Rückschlüsse auf die Fertigungstechnik der monumentalen Bauchhenkelamphora zu ziehen. Es lassen sich nämlich nicht nur einfache waagerechte Rillen erkennen, wie sie für auf der rotierenden Töpferscheibe hergestellte Gefäße typisch sind, sondern vor allem ungleichmäßige, nicht exakt horizontale Vertiefungen und erhabene Grate. Hierbei handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um Verstreichspuren, die dadurch entstanden sind, dass an dieser Stelle zwei separat getöpferte Gefäßteile zusammengefügt wurden, als der Ton noch nicht getrocknet war. Die beiden Teile wurden auf der Höhe des größten Gefäßdurchmessers miteinander verbunden. Das kann dadurch erschlossen werden, da sich die Prothesis-Darstellungen bei allen besser erhaltenen Bauchhenkelamphoren an dieser Stelle befinden, und zwar mittig zwischen zwei waagerecht angebrachten Henkeln. Man wird davon ausgehen können, dass die durch das Fragment in der Sammlung des DAI Athen rekonstruierbare Herstellungstechnik auch bei der Fertigung der weitgehend vollständig erhaltenen Bauchhenkelamphoren vergleichbarer Größe Anwendung fand. Das heißt, dass bei der Herstellung dieser Gefäße zumindest drei, zunächst separat getöpferte Teile zusammengefügt wurden: der untere Gefäßkörper, die Schulter und der Hals.
Vorder- oder Rückseite? Prothesis oder Ekphora?
5Die spätgeometrischen Bauchhenkelamphoren haben eine Vorder- und eine Rückseite, die sich dadurch unterscheiden, dass nur auf einer Seite eine verstorbene Frau dargestellt ist, die auf einer Kline aufgebahrt ist. Diese Szene wird mit dem griechischen Begriff als Prothesis bezeichnet. Wenn sich die Kline auf einem Wagen befindet, mit dem der aufgebahrte Leichnam zur Begräbnisstätte transportiert wird, spricht man von einer Ekphora. In den Bildfeldern der Gefäßrückseiten werden dagegen ausschließlich Klagefrauen dargestellt, die durch die beiden zum Kopf geführten Arme gekennzeichnet sind. Obwohl im erhaltenen Teil des Bildfeldes des hier vorgestellten Fragments nur die Beine zweier Klagefrauen erkennbar sind, lässt sich dennoch eindeutig feststellen, dass es von einer Gefäßvorderseite stammen muss. Diese Zuweisung kann mit Hilfe des senkrechten, mit diagonalen Strichen verzierten Streifens vorgenommen werden, der sich vom Betrachter aus am linken Rand des Bildfeldes befindet. Entsprechende Streifen begrenzen bei allen drei größtenteils erhaltenen Bauchhenkelamphoren derselben Werkstatt das Bildfeld der Vorderseite mit der auf einer Kline liegenden Toten. Bei den Bildfeldern der Rückseiten befindet sich an dieser Stelle in allen drei Fällen ein senkrecht verlaufender Mäander. Bei den angeführten Bauchhenkelamphoren handelt es sich um zwei Gefäße im Nationalmuseum von Athen mit den Inventarnummern 803 und 804 sowie um eine Vase im Louvre mit der Inventarnummer A 516 [3]. Auf der Vorderseite der Amphora 803 des Athener Nationalmuseums ist eine Ekphora dargestellt [4], auf den Vorderseiten der beiden anderen Gefäße eine Prothesis. Ob auf der Bauchhenkelamphora, von der das Fragment in der Sammlung des DAI Athen stammt, eine Prothesis oder eine Ekphora abgebildet war, lässt sich nicht entscheiden.
Werkstatt, Datierung und Besonderheiten der Darstellung
6Die Übereinstimmungen zwischen den drei genannten Bauchhenkelamphoren und dem Fragment in der Sammlung des DAI Athen sind so weitgehend, dass von einer Herstellung in derselben Töpferwerkstatt ausgegangen werden kann. Diese wird üblicherweise als Werkstatt des Dipylon-Meisters oder Dipylon-Werkstatt bezeichnet. Die große Ähnlichkeit mit den drei weitgehend vollständig erhaltenen Bauchhenkelamphoren der Dipylon-Werkstatt erlaubt es zudem, das Fragment der Phase Spätgeometrisch (SG) Ia zuzuweisen, die nach dem von Nicolas Coldstream erarbeiteten Chronologiesystem in das Jahrzehnt von 760 bis 750 v. Chr. datiert wird [5].
7Wie bereits von Brommer bemerkt, fällt die Größe der Figuren der hier besprochenen Wandscherbe auf. Die Höhe der vom Betrachter aus linken Klagefrau beträgt von der Standlinie bis zur Taille 9,6 cm. Nach einer maßstäblichen Zeichnung der Ekphora-Szene auf der Amphora 803 des Athener Nationalmuseums [6] kann berechnet werden, dass etwa 63 % der Gesamtkörperhöhe einer Klagenden auf diesen Abschnitt entfällt. Legt man diesen Wert auch für die linke Klagefrau auf dem Fragment zu Grunde, lässt sich eine Gesamthöhe von 15,2 cm rekonstruieren. Die größte Klagefrau auf der Bauchhenkelamphora 803, bei der es sich mit einer Höhe von ca. 1,80 m um das größte bekannte Gefäß seiner Art handelt, erreicht dagegen nur eine Höhe von ca. 13,7 cm.
8Daraus lässt sich aber nicht ableiten, dass die Amphora, zu der das Fragment in der Sammlung des DAI Athen gehörte, größer gewesen sein muss als die Amphora 803 des Athener Nationalmuseums, denn die größere Figurenhöhe beruht zumindest teilweise auf einer Vergrößerung des Bildfeldes. Bei den Amphoren 803 und 804 des Athener Nationalmuseums befindet sich sowohl ober- als auch unterhalb des rechteckigen Feldes mit der figürlichen Darstellung ein ornamental dekorierter, horizontaler Streifen. Bei der Amphora 803 sind beide Streifen mit einem einfachen Mäander verziert. Bei der Amphora 804 zeigt nur der obere Streifen einen Mäander, während der untere Streifen dreigeteilt und mit einer Abfolge von stehenden Dreiecken, Rautenband und hängenden Dreiecken bemalt ist. Diese waagerechten Dekorstreifen können dem Bildfeld zugerechnet werden, weil sie die gleiche Länge haben wie die Figuralszenen und direkt an diese angrenzen. Darüber und darunter folgen Ornamentbänder, die um das ganze Gefäß geführt sind. Dass beim Fragment in der Sammlung des DAI Athen der untere horizontale Ornamentstreifen des Bildfeldes weggefallen ist, lässt sich daran erkennen, dass der mit diagonalen Strichen bemalte Vertikalstreifen bis zur Standlinie der Klagefrauen reicht. Bei den drei fast vollständig erhaltenen Bauchhenkelamphoren der Dipylon-Werkstatt führt dieser Vertikalstreifen über die Standlinie hinaus und endet auf gleicher Höhe wie das untere Ornamentband des Bildfeldes. Die Standlinie der Klagefrauen des Wandfragments im DAI Athen ist gleichzeitig die oberste Linie einer Gruppe dreier kräftiger Horizontallinien, die um das gesamte Gefäß verliefen. Nach unten schloss sich ein Rautenband an, von dessen einstiger Existenz nur noch wenige als Rautenspitzen zu deutende Bemalungsreste zeugen. Ein entsprechendes Rautenband erscheint an dieser Stelle bei allen drei weitgehend erhaltenen Bauchhenkelamphoren der Dipylon-Werkstatt.
9Eine Bildfeldvergrößerung durch das Weglassen eines horizontalen Ornamentbandes lässt sich nicht nur beim hier vorgestellten Fragment nachweisen, sondern auch bei der Bauchhenkelamphora A 516 des Louvre. Bei diesem Gefäß fehlt allerdings nicht der untere, sondern der obere Ornamentstreifen. Als Resultat lässt sich auch bei der Pariser Amphora eine Streckung der Figuren feststellen. Man wird dementsprechend annehmen dürfen, dass ein horizontales Ornamentband des Bildfeldes dann weggelassen wurde, wenn eine Vergrößerung der Figuren gewünscht war. Dies ließ sich durch den Wegfall eines Ornamentbandes des Bildfeldes erreichen, ohne dass Veränderungen am Gesamtaufbau des Dekors vorgenommen werden mussten. Hieraus lassen sich Rückschlüsse auf die Arbeitsweise der Maler der Dipylon-Werkstatt ziehen. Die Bemalung der monumentalen Grabamphoren folgte offensichtlich einem feststehenden System, das bei allen Gefäßen zur Anwendung kam. Variationen waren nur innerhalb dieses Systems möglich. So konnten die umlaufenden Ornamentbänder unterschiedlich dekoriert werden. Ein ganzer Baustein des Dekors konnte nur dann weggelassen werden, wenn er, wie in vorliegendem Fall, für das Gesamtsystem von untergeordneter Bedeutung war.
10Eine weitere Besonderheit des im DAI Athen verwahrten Fragments besteht in der flächigen monochromen Bemalung an seinem vom Betrachter aus linken Rand. In Analogie zu den drei weitgehend vollständigen Bauchhenkelamphoren der Dipylon-Werkstatt wäre an dieser Stelle ein senkrechter Mäander zu erwarten. Darüber hinaus fällt auf, dass der monochrom bemalte Bereich vom senkrechten Streifen mit den diagonalen Strichen nur durch eine Linie getrennt ist, während zwischen Streifen und Bildfeld zwei Linien vorhanden sind. Bei den vergleichbaren Amphoren befinden sich auf beiden Seiten des Vertikalstreifens stets zwei Linien, was auch den symmetrischen Kompositionsprinzipien der spätgeometrischen Vasenmalerei besser entspricht. Man kann daher vermuten, dass die monochrom bemalte Fläche auf Grund einer Planänderung oder einer Korrektur eingefügt wurde. Dazu wurde ein Bereich flächig übermalt und die möglicherweise zunächst vorhandene zweite Linie links des mit diagonalen Strichen verzierten Streifens wurde so zum Rand der bemalten Fläche. Auf einem weiteren Fragment der Fundgruppe 420 (Inv. 32810), das von derselben Bauchhenkelamphora stammen könnte wie die Scherbe mit den Klagefrauen, hat sich eine große monochrom bemalte Fläche erhalten (Abb. 4), die vielleicht ebenfalls mit der vermuteten Planänderung bei der Bemalung des Gefäßes in Zusammenhang steht. Für die Zusammengehörigkeit der beiden Fragmente spricht insbesondere das Aussehen ihrer Rückseiten, denn auch bei der Wandscherbe mit der großen monochrom bemalten Fläche lassen sich vergleichbare Verstreichspuren erkennen wie bei dem Fragment mit den Klagefrauen (Abb. 5).
Der Fundort
11Zur Fundgruppe 420 gehören insgesamt sechs Scherben, von denen fünf von derselben Bauchhenkelamphora stammen könnten (Abb. 6). Nur für eine kleine Wandscherbe lässt sich die Zugehörigkeit zu diesem Gefäß ausschließen. Die Fragmente der Fundgruppe wurden laut einer handschriftlichen Notiz, deren Verfasser noch nicht identifiziert werden konnte, beim »Eisenbahneinschnitt am Dipylon« gefunden. Sie müssen demnach im Bereich der Bahngleise etwas westlich der S-Bahn-Station »Theseion«, etwa auf Höhe der Kirche Ag. Athanasios gefunden worden sein. Die Tatsache, dass fünf Scherben der Fundgruppe 420 von einem oder mehreren monumentalen Grabgefäßen stammen, legt die Vermutung nahe, dass sich an dieser Stelle spätgeometrische Gräber befanden, die beim Bau der Bahnlinie zerstört wurden. Die 1869 eröffnete und zunächst nur eingleisige Athener Bahn führte ursprünglich nur vom Piräus bis zur Haltestelle »Theseion«. Da die Strecke noch im 19. Jahrhundert zweigleisig ausgebaut wurde [7], lässt sich nicht sagen, wann genau es zur Zerstörung der Gräber kam. Angesichts der vielen früheisenzeitlichen Gräber in den benachbarten Ausgrabungsarealen des Kerameikos und der Agora kann es nicht überraschen, dass auch im Bereich der Bahngleise bei der Station »Theseion« im 8. Jahrhundert v. Chr. Begräbnisstätten angelegt wurden. Der einzige Beleg für ihre einstige Existenz sind bislang die im DAI Athen befindlichen Funde.
12Die Tatsache, dass zumindest einige der Scherben der Fundgruppe 420 von einer monumentalen Bauchhenkelamphora der Dipylon-Werkstatt stammen, erlaubt die Schlussfolgerung, dass sich an dieser Stelle der Bestattungsplatz einer Familie befand, die zur höchsten gesellschaftlichen Elite Athens gehörte. Größe und Seltenheit der monumentalen Bauchhenkelamphoren spätgeometrischer Zeit sprechen eindeutig dafür, dass sie nur für wenige verstorbene Frauen dieser gesellschaftlichen Gruppe angefertigt wurden. Das wird nicht zuletzt dadurch verdeutlicht, dass weder im Ausgrabungsgelände der Agora noch des Kerameikos trotz der zahlreichen dort freigelegten spätgeometrischen Gräber Fragmente von Bauchhenkelamphoren der Dipylon-Werkstatt gefunden wurden. Die drei weitgehend vollständigen monumentalen Bauchhenkelamphoren dieser Werkstatt, die sich heute im Athener Nationalmuseum und im Louvre befinden, stammsen alle von der Westseite der Platia Eleftherias (Koumoundourou), die nur wenig nordöstlich vom Ausgrabungsgelände des Kerameikos liegt [8]. Dort scheint sich demnach die bedeutendste Athener Nekropole spätgeometrischer Zeit befunden zu haben, was auch durch die zahlreichen Funde monumentaler Grabkratere bestätigt wird. Weil die Fundverteilung der als Grabmale dienenden Riesengefäße so ungleichmäßig ist, erfährt unsere Kenntnis der Topographie der spätgeometrischen Nekropolen Athens durch die Fragmente der Fundgruppe 420 trotz ihrer geringen Zahl eine wesentliche Erweiterung.
Förderung
Bundesministerium für Bildung und Forschung.
Leitung des Projektes
K. Sporn.
Team
J. Ritter, F. Ruppenstein, A. Skolik.
Abstracts
Zusammenfassung
Athen, Griechenland. Forschungen im Rahmen des Projektes »Shapes of Ancient Greece«: Das Fragment einer spätgeometrischen Riesenamphora. Arbeiten im Jahr 2022
Florian Ruppenstein
In der archäologischen Sammlung des DAI Athen befindet sich das Fragment eines monumentalen spätgeometrischen Gefäßes (ca. 750 v. Chr.) mit der Darstellung zweier nur teilweise erhaltener Klagefrauen vom Rand einer Prothesis- oder Ekphora-Szene. Es kann gezeigt werden, dass die Scherbe von einer Bauchhenkelamphora stammt, die in der Dipylon-Werkstatt gefertigt wurde. Das Fragment wurde in Athen im Bereich der Bahnschienen etwas westlich der Haltestelle »Theseion« gefunden. Durch das Amphorafragment wird die Existenz einer sonst unbekannten Begräbnisstätte für Angehörige der gesellschaftlichen Elite in der Nähe der Kerameikos- und der Agora-Nekropolen bezeugt, die wahrscheinlich beim Bau der Bahnlinie zerstört wurde.
Keywords
Grabmäler, Keramik, Sammlungen, Spätgeometrisch, Topographie
Abstract
Athens, Greece. Research in the context of the project »Shapes of Ancient Greece«: A fragment of a Late Geometric giant amphora
Florian Ruppenstein
A fragment of a giant vessel dating to the Late Geometric period (c. 750 BC) with two partly preserved mourners from the margin of a prothesis or ekphora scene is kept in the archaeological collection of the German Archaeological Institute at Athens. It is demonstrated that the fragment formed part of a belly-handled amphora that was manufactured in the Dipylon workshop. The sherd was found in Athens in the area of the railway line slightly west of Theseion station. Therefore, the amphora fragment bears witness to the existence of an otherwise unknown high status burial place next to the cemeteries in the Kerameikos and the Agora area that was probably destroyed during construction of the railway.
Einleitung
Amphora oder Krater?
Herstellungstechnik
Vorder- oder Rückseite? Prothesis oder Ekphora?
Werkstatt, Datierung und Besonderheiten der Darstellung
Der Fundort
Förderung
Leitung des Projektes
Team
Abstracts
2022-2