Westgriechische Transportamphoren aus der Siedlung an der Agora von Selinunt
Neue Erkenntnisse zu deren Herkunft und Vorkommen aufgrund von geochemischen Untersuchungen
https://doi.org/10.34780/b3zrss77
Abstract
Die Grabungen in der Siedlung an der Agora von Selinunt erbrachten mit insgesamt 501 relevanten Exemplaren einen bedeutenden Komplex von Transportamphoren des 6. Jhs. v. Chr. Darunter befinden sich auch zahlreiche westgriechische Exemplare. Im Hinblick auf die allgemeine Diskussion um die Produktionszentren der westgriechischen Amphoren im 6. Jh. in der Magna Graecia, auf Sizilien und im adriatischen Raum sollte versucht werden, die Herkunft der Exemplare aus der Siedlung in Selinunt zu bestimmen. Mithilfe der portablen energiedispersiven Röntgenfluoreszenzanalyse konnte dabei aufgezeigt werden, dass eine Amphorenproduktion in Selinunt erst im späten 6. Jhs. mit pseudochiotischen Exemplaren der Form Sourisseau 4 einsetzt. Erstmals wurden für die Herkunftsbestimmung auch Analysedaten anderer Arbeitsgruppen, die zudem mit unterschiedlichen Verfahren gemessen wurden, erfolgreich verwendet. Hierdurch konnte für die größte geochemische Gruppe der westgriechischen Transportamphoren – die der Formen Sourisseau 1α, 1β und 2 – aus der Siedlung in Selinunt die Herkunft aus Sybaris als sehr wahrscheinlich ermittelt werden.
Schlagwörter
westgriechische Transportamphoren, Herkunftsbestimmung, Portable energiedispersive Röntgenfluoreszenzanalyse, Selinunt, Sizilien, Agora, ED-XRF
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