Maria Xagorari-Gleißner

Attische bilingue Grabreliefs des 4. Jhs. v. Chr.

Phönizier lebten nachweislich seit der frühen Eisenzeit in Griechenland (z. B. Kommos und Eleutherna auf Kreta,Thera,Vroulia auf Rhodos, Paros). Proxenie- und Ehrendekrete sowie Grabstelen von Phöniziern – immer mit Bilinguen – sind aus dem Athen klassi- scher Zeit erhalten. Darunter befinden sich drei Grabreliefs, von denen zwei jeweils für einen Mann und das dritte für eine Frau bestimmt sind. Die zwei phönizischen Männer, Abdeschmun und Antipatros, hatten wohl eine besondere Funktion in Athen. Antipatros war ein Theoros, wie die Bilingue überliefert. Abdeschmun war wohl ein Gesandter oder Händler. Die Reliefdarstellungen beider Stelen sind von der phönizischen Kunst und Kultur beeinflusst. Das dritte Grabmal mit Bilingue war für eine Eirene aus Byzanz errichtet worden. Vielleicht war sie mit einem Phönizier in Athen verheiratet. Das Motiv auf ihrer Naiskosstele ist auch von anderen attischen Stelen bekannt.

Schlagworte

Plastik; Grabreliefs; Athen; Klassik; Phönizier

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