Manuel Fiedler, Eduard Shehi, Szilamér Péter Pánczél, Gregor Döhner

Die Kleinsiedlung Babunjë. Neue Forschungen zur territorialen Siedlungsstruktur zwischen Apollonia und Epidamnos/Dyrrhachion (Albanien)

Die Ausgrabungen in Babunjë zielen darauf ab, den in spätarchaischer Zeit gegründeten und im frühen Hellenismus aufgegebenen Ort in seiner urbanen Struktur, den Privatbauten und insbesondere seiner Fortifikation zu untersuchen und beispielhaft zugleich die komplexe Siedlungsstruktur an der Ostküste des südlichen Adriatischen Meeres zu erkunden. Die Kleinsiedlung von nur ca. 5 ha Größe, die nach geophysikalischen Messungen ein regelhaftes Straßenraster in Form archaischer Streifenstädte hatte, könnte ein von Apollonia abhängiger Ort gewesen sein. Die Grabungen belegen, dass Babunjë im 5. Jh. v. Chr. mit einer Fortifikation befestigt wurde. Unterschiedlichen Bautechniken und -materialien zufolge – verwendet wurden Konglomeratgestein, Lehmziegel und geschichtete Dachziegel – hatte man die Umfassungsmauer offenbar in Eile errichtet. In der Stratigraphie lassen sich Details der Bauvorgänge ablesen. Untersucht wurde ebenso ein klassisches Haus, von dem bislang zwei von der Straße abgewandte – und möglicherweise auf einen angrenzenden Hof orientierte – Räume angeschnitten wurden. Bemerkenswert unter den Funden ist insbesondere die Bronzestatuette eines auf einem Pferd galoppierenden Kriegers.

Schlagworte

Albanien; griechische Kolonisation; Fortifikation; klassische Wohnhäuser; Bronzestatuette