Andreas Schachner

Die Ausgrabungen in Boğazköy-Ḫattuša 2018

Der Nachweis eines kārum-zeitlichen Vorratsgebäudes der königlichen Verwaltung und die abschließende Freilegung eines hethitischen Monumentalgebäudes in der nördlichen Unterstadt vermitteln einen neuen Eindruck von der baulichen und wirtschaftlichen Struktur der Stadt. Im Norden der Stadt und westlich von Mıhraplıkaya verdichten die Grabungen das Bild der römischen Besiedlung. Durch den Nachweis einer in dieser Form in Anatolien bisher unbekannten, großangelegten Villen-, Garten- und Teichanlage wird deutlich, wie stark die römische Kultur in Galatien wirkte und die Region zumindest für 150 bis 200 Jahre prägte.
Forschungen zur Geologie der Region zeigen, daß Ḫattuša in einer seismisch aktiven Gegend lag. Spuren antiker Erdbeben sind an den hethitischen Monumentalbauten nachweisbar, auch wenn sie beim gegenwärtigen Stand nicht datierbar sind. Ein weiteres Projekt erlaubt den Schluß, daß die Felsen in Yazılıkaya mit großer Wahrscheinlichkeit nach dem Behauen in einem weiteren Schritt bearbeitet wurden. Südöstlich von Kesikkaya wurde das Grabungsareal fast vollständig rekonstruiert und vermittelt die architektonische Entwicklung über mehrere Bauschichten von der hethitischen Zeit bis in die galatische Epoche. Gleichzeitig wurden die Arbeiten am Löwenbecken abgeschlossen.

Schlagworte

Ḫattuša; Unterstadt; kārum-Zeit; Büyükkale; Löwenbecken; römische Kaiserzeit; Erdbeben; Yazılıkaya