Helga Bumke, Aylin Tanrıöver

Der Hafen am Humeitepe in Milet. Ergebnisse der Ausgrabungen 2011

Mit den 2011 durchgeführten Grabungen konnten wichtige Erkenntnisse über den bereits durch geophysikalische Messungen an der Ostbucht des Humeitepe lokalisierten Hafen erlangt werden. So wurden einer seiner Zugänge wie auch eine Gebäudestruktur archäologisch erschlossen. Das überwiegend aus Marmorspolien errichtete Tor wurde in eine ältere Stadtmauer aus Gneisblöcken eingefügt. Diese Baumaßnahme kann anhand bautechnischer Eigenarten in den späten Hellenismus oder die frühe Kaiserzeit datiert werden, was wiederum mit der Fundkeramik, die seit hellenistischer Zeit eine intensivere Nutzung des Humeitepe erkennen lässt, korrespondiert. Bei der nordwestlich vom Tor freigelegten Baustruktur aus römischer Zeit könnte es sich um den Teil einer für den Handelshafen zu erwartenden Halle handeln. Im Nordosten des Hügels wurde schließlich der Abschnitt einer spätrömischen Befestigungsmauer, der ›Gotenmauer‹, (wieder)entdeckt. In diese Mauer war ein Relief aus dem späten 3. Jh. n. Chr. verbaut, das sich allerdings mit der bisherigen Datierung der ›Gotenmauer‹ nicht vereinbaren lässt und eine Neubewertung des Befundes erfordert.

Schlagworte

Milet; Humeitepe; Hafen; 'Gotenmauer'; Demeterheiligtum

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