Helga Bumke, Jan Breder, Ivonne Kaiser, Bettina Reichardt, Ulf Weber

Didyma. Bericht über die Arbeiten der Jahre 2010–2013

Im extraurbanen Heiligtum von Didyma/Türkei wurden seit 2009 Ausgrabungen durch die Forschungsstelle »Kulte im Kult« der Nordrheinwestfälischen Akademie der Wissenschaften durchgeführt. Seit 2012 werden die Bauteile eines hellenistischen Tempels systematisch aufgenommen. Ihre Analyse zeigt schon jetzt, dass sie einem Bau zugehörten, der das Ornamentsystem des Apollon-Naiskos in leicht vergrößertem Maßstab wiederholt, aber nicht mit diesem identisch ist. 2013 wurde im Anschluss an das wohl bereits antike Fundament der heutigen Moschee ein hellenistisches Streifenfundament für einen weiteren Kultbau des Heiligtums freigelegt. Seine genaue Bestimmung muss durch weitere Grabungen erforscht werden. Bei den Grabungen 2010 und 2011 kam südlich des Apollon-Tempels die Ruine eines Theaterbaus griechischen Grundrisstyps zutage. Die Anlage wurde nach dem archäologischen Befund in der Kaiserzeit errichtet. In schriftlichen Quellen fand der Bau keine explizite Erwähnung, doch ist es nun möglich, den überlieferten musischen Wettkämpfen im Heiligtum eine Spielstätte zuzuweisen. 2013 wurden im südöstlichen Bereich des antiken Ortes die Reste einer christlichen Kapelle, die auf einem antiken Fundament gründet, freigelegt. Davon ausgehend schloss sich eine neue Sichtung des Bestandes der übrigen byzantinischen und neuzeitlichen Kirchen an.

Schlagworte

Didyma; Fundamente; Kultbau; Theater; frühchristliche Kapellen

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