Manuel Fiedler, Friederike Jesse

Griechische Keramik aus der Festung Gala Abu Ahmed im Nordsudan

Bei den seit 2008 laufenden Ausgrabungen in der kuschitischen Festungsanlage Gala Abu Ahmed im Wadi Howar, mitten in der Wüste des Nordsudan, wurden 49 Fragmente griechischer Keramik geborgen. Es handelt sich um kleinstückig erhaltene Scherben mit schwarzem Glanztonüberzug (sog. Schwarzfirnis). Soweit sich Gefäßtypen bestimmen lassen, handelt es sich um Lekythen, wobei sowohl bauchige als auch schlanke Varianten identifiziert werden können. Neben einer Palmettenlekythos sind Bruchstücke einer sog. Elischen Lekythos bemerkenswert, einer hauptsächlich auf der Nordwest-Peloponnes, dem nordwestgriechischen Festland und den vorgelagerten Inseln verbreiteten Gattung des ausgehenden 5. und frühen 4. Jhs. v. Chr. Weitere Stücke sind in das späte 6. sowie das 5. Jh. v. Chr. zu datieren und bestätigen die durch andere Funde gewonnene Datierung der Festungsanlage. Archäometrische Analysen an drei Scherben belegen eine attische Provenienz dieser Stücke.

Gala Abu Ahmed stellt den bisher südlichsten Fundort griechischer Lekythen dar. Die Gefäße gelangten vermutlich als Handelsware, Geschenk an den örtlichen Kommandanten der Festung oder als ›Mitbringsel‹ dort stationierter Bewohner dorthin.

 

Schlagworte

Sudan; Gala Abu Ahmed; griechische Keramik; Lekythen

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